Wer ist eigentlich George Parks ?

George Parks ist uns auf den letzten 360 Kilometern seitdem wir Anchorage vor vier Tagen verlassen haben, buchstäblich auf jedem Kilometer begegnet. Der George Parks Highway (Alaska Route 3) ist eine der wichtigsten Verbindunsgsstrassen in  Alaska und verbindet Anchorage mit Fairbanks. Der ursprüngliche Name der 1971 fertiggestellten Straße war Anchorage-Fairbanks Highway. 1975 wurde sie zu Ehren von George Alexander Parks, einem ehemaligen Gouverneur von Alaska, auf den heutigen Namen umbenannt. Mr. Parks darf stolz sein … den der Highway ist wirklich ein „Wow“ Erlebnis. Ja, wir sind also unterwegs, auf dem Rad, on the road … ! Und wie ..

Vor weiteren Erzählungen hier einige breaking news:

  • Wir haben ein amerikanisches AT&T cell phone (SIM Card) – s. „Kontakt“ auf unserem Blog für die Nummer. Die deutsche SIM Card wird bis auf weiteres nicht mehr verwendet. Wen es interessiert: Der prepaid Vertrag mit unbegrenztem Telefonzugang in (all) USA und CAN sowie 2,5 GB Internet kosten 60$ pro Monat.
  • Wir posten hin und wieder auch auf facebook, um den Anfragen unserer „Bekanntschaften“ (s. unten) hier gerecht zu werden.
  • Der erste Aufkleber des Theaterkreises Bortfeld hat seinen Platz gefunden. Wer schauen möchte wo – s. „Bortfeld Badges“ .

Geplant waren für die 360 Kilometer zwischen Anchorage und dem Denali Nationalpark vorsichtige 6 Tage, ein Schnitt von 60 Kilometer pro Tag. Ein traumhaftes Wetter und – noch sehr viel wichtiger – konstanter Rückenwind haben uns nun in gut vier Tagen hierher – in den Denali Nationalpark, das Gebiet des Mount McKinley, des höchsten Berges Nordamerikas – gebracht. Zwei Etappen von mehr als hundert Tageskilometern und reichlich Höhenmetern waren dabei. Besser konnte es kaum losgehen, sowohl was das Wetter als auch das Rundherum angeht. Diese vier Tage kommen uns bereits vor wie vier Wochen, so vielfältig sind die Eindrücke und Erlebnisse, die wir sammeln konnten.

Los ging es am Dienstag, 03.06 mit der Ausfahrt aus Anchorage. Stacy, unsere Zufallsbekanntschaft aus Anchorage hatte uns bereits vor dem Verkehr gewarnt und per SMS ein paar Durchhalteparolen mit auf den Weg gegeben. „As soon as you see the mountains, everything will be fine“. So sollte es kommen, dennoch war die Ausfahrt aus Anchorage entlang des dreispurigen Highway nicht gerade ein Genuss. Zumal wir den bike path verpasst hatten, der sich entlang der Gegenfahrbahn etwas abseits der Autobahn entlang zieht. Also hieß es Zähne zusammen beissen und weiter auf dem Standstreifen. Wobei wir uns zu keinem Zeitpunkt unsicher gefühlt haben, denn der Streifen ist für Fahrräder offiziell erlaubt und die Fahrer entlang der Strecke sind Radler offenbar gewohnt und waren sehr rücksichtsvoll. Und dann dauerte es auch nicht lange, bis auch wir den bike path fanden und bereits kurz hinter Anchorage eine unerwartet schöne Strecke fahren konnten. Die Sonne strahlte bei angenehmen 22° vom Himmel, was die Sache natürlich noch versüßte. Und dann dauerte es auch nicht lange, bis wir unseren ersten Mitradler erblickten. Knapp 20 km hinter Anchorage holten wir Mattheusz aus Polen ein, der mit einem heftig bepackten Rad unterwegs war und dem der Schweiß in Strömen vom hageren Körper floss. Unsere Fragen nach dem Woher und Wohin beantwortete er ein wenig einsilbig, auch er merkte wohl, dass sein setup nicht 100% optimal war. Mattheusz ist – wie wir -auf dem Weg nach Feuerland und war über unser Treffen und das gemeinsame Ziel wohl genauso überrascht wie wir. Wir blieben nicht lange zusammen, haben uns aber mittlerweile wieder getroffen. Ebenso trafen in diesen vier Tagen Miguel und Simon aus Spanien, Jasper und Sanne aus Holland, Lolo und Coco aus Frankreich und Phillip und Nici aus der Österreich. Jede Menge Leute auf dem Rad …  Dazu aber später mehr.

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Sarah Palin – in Alaska allgegenwärtig. Auch beim Trödler in Trapper Creek

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Weiter ging es entlang des Krik Arm des Prince William Sound in Richtung Norden. Über weite Strecken keine Spur mehr von Highway, sondern ein sehr schöner Radweg, der dazu noch gut beschildert war. Der eigentlich vorgesehene Stop des ersten Tages in Wasilla fiel dem guten Gefühl in den Beinen und der hoch stehenden Sonne zum Opfer. Apropos Sonne. Dass die Sonne hier – knapp südlich des Polarkreises an einem Datum kurz vor der Sommersonnenwende auch um 22:30 noch am Himmel steht – daran mussten wir uns erst einmal gewöhnen. Die Sonne taucht gerade in den späten Abendstunden alles in ein seltsames warmes Licht. Eine ganz besondere Stimmung. Auch um Mitternacht ist es noch taghell und Zeitung lesen ist überhaupt kein Problem. Mit jedem Kilometer, den wir weiter gen Norden kommen, merken wir, dass es heller wird. Man kann sich allerdings sehr schnell daran gewöhnen – es macht das Campingleben sehr viel einfacher. Unsere Stirnlampen kommen wohl erst in Südamerika zum Einsatz .. Wir freuen uns schon auf den 21.06. – die Sonnenwende, die hier intensiv gefeiert wird.

Camping war dann auch in Houston ( ;-) .. Houston, Alaska natürlich ) das Stichwort. Nach 110 Kilometern Tagesetappe  verbrachten wir unsere erste Nacht in einem „Ort“, wie er für Alaska typisch ist. Tankstelle, Grocery Store, Restaurant, RV Park und ein bisschen Rundherum.

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Die meisten Orte in Alaska haben etwas mit der Alaska Railroad zu tun, die übrigens keinen Anschluss an das restliche Netz der USA hat und Seward im Süden mit Fairbanks verbindet. Wir sehen sie öfter – sie verläuft paralel zum Highway von Mr. Parks und  bietet z.B. sündhaft teure Sightseeing Fahrten mit doppelstöckigen, fast voll verglasten Ausflugszügen an. Wir haben das gleiche Panorama günstiger.

Der nächste Tag, Mittwoch der 04.06. führte uns weiter entlang des Highway in Richtung Norden. An der Wegkreuzung nach Talkeetna lag unser nächster Übernachtungsort, malerisch an einem See, an dem sehr amerikanisch ein Weisskopf Seeadler nach den Forellen jagte. Die Qualität des Campgrounds bei „His & Hers“ hatte trotz des schönen Panaramas allerdings sehr viel Luft nach oben.

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Weiter ging es Richtung Norden und so langsam kamen die Berge näher. Der Verkehr war schon einige Zeit kein Thema mehr. Camper RVs, LKW, Motorräder und PKW – in dieser Häufigkeit – aber sehr überschaubar in der Summe.

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Steigung ..

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Traumhafte Strassen und Panoramen.

Der Denali Nationalpark leitet seinen Namen von „Denali“ – indianisch „der Große“ –  ab, womit der höchste Berg in der Region gemeint. Der Name „Mount McKinley“ wird zwar offiziell verwendet, überall wo man über den Berg spricht, heißt er aber nur „Denali“. Mit der Nähe zu den Bergen stieg auch die Steigung der Straße und die Etappe zu unserem dritten Übernachtungsort am Byers Lake war bereits einigermaßen anstrengend.

Zudem wurde die Infrastruktur entlang der Strecke immer weniger und es heißt von nun an gut auf die Wasser- und Nahrungsreserven zu achten. Die Distanzen zwischen den einzelnen Punkten, an denen Lebensmittel und andere Dinge zu bekommen sind, wuchsen auf 30 Meilen (ca. 50 km) und mehr, was für Radfahrer schon eine Herausforderung ist.

Man sollte denken, dass die Orientierung einfach sein sollte – entlang des Highway des Mr. Parks. Allerdings ist das Kartenmaterial, dass wir in Anchorage mit einigem Eifer besorgt haben, schlecht und veraltet. . Leider hilft auch das Internet hier nicht wirklich weiter – die Abdeckung ist nicht gerade 100 %. Die Raststation „Igloo“ – auf unseren Karten immerhin als Tankstelle mit small snacks and gifts eingezeichnet – hatte seit Jahren geschlossen und strahlte den Charme einer verlassenen Westernstadt aus.

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Für uns hieß das kein „kontrolliertes Wasser“ und natürlich auch nicht der erhoffte Kaffee nach über 70 km Auf und Ab. Also Wasser aus dem nächsten Creek und weiter ging es auf die nächsten 30 km bis zur nächsten Verpflegungsstation. Das Panorama entlang dieser Strecke entschädigter allerdings für alles. Die Berge in der Umgebng sind schneebedeckt und etwa 2000 m hoch, der Pass geht über ca. 1000 m Höhe.

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Nach einem Abend wiederum im Zelt in Cantwell ging es weiter zu unserem ersten größeren Zwischenziel – dem Denali Nationalpark. Wir sind angekommen.

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Einige Worte zu Mitreisenden. Wir hatten damit gerechnet, dass es einige Zeit dauert, bis wir andere Radler treffen. Das Gegenteil ist der Fall. Bis heute haben wir jeden Tag neue Leute getroffen, mit denen natürlich sofort der Austausch in Richtung „Woher“, „Wohin“ „Warum“ losging. Hier eine kurze Vorstellung unserer Mitreisenden der ersten Woche:

Mitreisende

  • Simon und Miguel

Spanier aus Asturien (Oviedo), ca. Mitte – Ende 30. Simon ist auf einer Tour rund um die USA – entlang des Randes lso. Miguel begleitet ihn bis Vancouver. Wir haben sie gemeinsam mit Matteusz am Denali Viewpoint South getroffen, sind zwei Tage miteinander gefahren und haben am Byers Lake einen sehr netten gemeinsamen Abend verbracht. Spanisch-Übungsstunde inklusive .

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  • Jasper und Sanna

Niederländer aus Leiden – Mitte 20. Für zweieinhalb Monate auf dem Weg quer durch Alaska und Canada bis Vancouver. Die beiden haben wir bereits mehrmals auf der Strecke gesehen, aber erst in Cantwell die Gelegenheit gehabt, bei einem Abend in der örtlichen Burgerbude die Tourpläne miteinander zu besprechen. Die beiden nehmen einen etwas anderen Weg, aber wir werden sie sicher wiedersehen. Auf ein Bier im Saloon in Dawson .

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  • Coco & Lolo

Ein Paar aus Frankreich, das bereits einige Touren hinter sich hat und jetzt auf der gleichen Route wie wir unterwegs ist. Allerdungs nehmen sie sich mehr Zeit. Die beiden haben auch einen Blog.

  • Philip & Nici

Mit den beiden Österreichern aus Innsbruck sind wir seit gestern auf dem Campsite am Denali NP und haben einen sehr netten Abend bei Budweiser und Philips selbst gebackenem Brot (!) am Lagerfeuer verbracht. Philip ist Meteorologe und Nici Krankenschwester.  Auch die beiden sind auf dem Weg nach Ushuaia, nehmen sich aber zwei Jahre Zeit. Sie meinen, sie müssten erst noch ein bisschen in Form kommen, aber Kopf hoch – das wird!

Diese Leute sind nur ein kleiner Ausschnitt der unglaublich vielen, mit denen wir jetzt – nach einer Woche – Kontakt hatten. Das Interesse, wenn man als Radler in unserem Aufzug irgendwo auftaucht, ist enorm und man ist sehr schnell im Gespräch. Von der Seite ist das Ganze also schon einmal sehr gut gestartet. Und auch sonst fühlen wir uns super – die Fitness spielt mit, das Wetter sowieso und die Landschaft ist ein Traum. Unser Material passt – im Vergleich zu anderen sind wir deutlich leichter und besser ausgestattet unterwegs. In unserer Galerie findet ihr weitere Bilder. Wir starten jetzt in den Denali Nationalpark, zu Bären, Wölfen und Elchen ( … schauen wir mal) und melden uns aus Fairbanks wieder.

Mehr Bilder in der Galerie.

 

 

 

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2 Gedanken zu “Wer ist eigentlich George Parks ?

  1. Wow, es ist immer wieder toll Eure Berichte und Fotos zu lesen und anzuschauen. Ich kann noch gar nicht glauben, wie schnell die Zeit von Euren Abschied bis heute vergangen ist. Ich verfolge Eure Nachrichten vom Handy aus und bin somit immer auf dem Laufenden. Aber nun wird es auch mal zeit sich persönlich bei Euch zu melden.

    Liebe Silke,
    lieber Holger,

    ich bewundere Euch, wie Ihr bisher das Ganze gemeistert hat ….nach Euren Erfahrungen und Berichten zu urteilen, war es gut, viel Zeit im Vorfeld zu investieren, um sich optimal vorbereiten zu können. Ihr könnt auch ein bissel stolz auf Euch selbst sein, dass Ihr so viel Zeit für das Ausarbeiten der Route, die Ausstattung Eurer Räder, Eures Gepäcks usw. und die Kontakte und den Erfahrungsaustausch mit anderen Radlern investiert habt, um so ein Abenteuer zu starten… wie man zwischen den Zeilen lesen kann, hat es sich bereits jetzt schon gelohnt. Mit leichtem aber guten Gepäck zu reisen, scheint Gold wert zu sein …schmunzel*

    Ich freue mich auch mit Euch, dass Ihr schon so viele nette Menschen unterwegs getroffen habt. Ihr seit ja selbst sehr kontaktfreudig und dies bereichert uns ja auch in unseren Herzen, wenn wir mit anderen Leuten, aus unterschiedlichsten Nationen oder Herkunft in Verbindung treten. Ich wünsche Euch noch viele solcher Begegnungen und freue mich, dass ich weiterhin mit Euch diese Erlebnisse teilen darf.

    Und Ihr werdet es nicht glauben, da erfahre ich bei Eurer Präsentation der Reise im Spielhous das erste Mal von diesen „Monarchfaltern“ und schon sehe ich vorgestern einen Dokumentarbericht im Fernsehen darüber. Ist das nun Zufall oder bin ich in Gedanken schon ein Stück Eurer Reise im Voraus …in Mexico ….grins*.

    Jedenfalls bedanke ich mich ganz herzlich bei Euch, dass ich so hautnah so viel Neues kennenlernen darf und bin schon ganz gespannt wie Eure Reise weiter geht.

    Zu old Germany:
    Bei uns waren über Pfingsten die heißesten Temperaturen seit 50 Jahren …über 30 c° und zum Teil heftige und schwere Gewitter. Teilweise mit schweren Unwettern. Bei uns ist es aber bei Gewittern und in Vechelde mit kurzem Hagelschauer geblieben….Glück gehabt.
    jetzt hat sich das Wetter wieder abgekühlt und wir liegen so bei 19 c° bis 20 c°, was dem Schlaf Nachts wieder ungemein förderlich ist.
    Theaterkreis:
    Die Proben laufen auf Hochtouren. Nächsten Dienstag bin ich auf Dienstreise und kann leider nicht bei der Probe dabei sein ….wegen der WM konnten wir die Probe auch nicht auf den Montag vorverlegen. Aber ab dann ist Frau Bürgermeisterin Merkur wieder dabei …lach.. Bei unserer Monatsversammlung haben wir erfahren, dass wir das „Toiletten Häuschen“ wahrscheinlich gar nicht für das Sommertheater nutzen können …es gehört ja zum Bauernhaus Museum …und das ist ja noch nicht eröffnet. Ich musste sooooo lachen, das grenzt wahrhaftig an einen „Schildbürger Streich“. Somit ist das Stück von Bärbel ein Volltreffer beim Sommertheater ….und am 21.06. werden wir unsere erste „Durchlaufprobe“ für unsere Playbacks haben. Diesmal haben wir ja alles einzeln und voneinander unabhängig proben müssen. Somit wird es für alle spannend, wie es sich „anfühlt“, wenn wir nun alle zusammen, hintereinander auftreten werden…ich freue mich schon darauf. Also drückt uns mal die Daumen für den Sonntag, wo immer Ihr auch gerade seit.

    Frage: ich wollte Euch ein Bild vom Falter einstellen, aber das ging nicht…. kann ich den zukünftig mal vom Geschehen in Bortfeld, Braunschweig Bilder oder ein Video einstellen ???? ….damit Ihr auch von uns etwas habt, woran Ihr Euch ein bissel an zu Hause erinnern könntet…..schmunzel*
    Und jeden Monat zum 10. wollten wir doch skypen …habt Ihr da eine Adresse ???

    Oh mei ist das viel geworden ….sorry ….
    Ich wünsche Euch und den Anderen ( Simon & Miguel, Jasper & Sanna, Coco & Lolo und Philip & Nici) alles Liebe und Gute und weiterhin viel Kraft und Mut bei Euren Abenteuern …

    Herzlichst
    Eure tina*

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