Oregon Coast, Umpqua River, Crater Lake .. wo ist es am schönsten ?

Wo es wirklich am schönsten ist, lässt sich vielleicht in unserer Galerie herausfinden – wir können es gar nicht genau sagen. Wir haben mittlerweile die wundervolle Küste Oregons mit den herrlichen Stränden verlassen und sind auch bereits am Crater Lake vorbei. Die Tour zu diesem tiefsten See Nordamerikas, der sich auf über 2000 m Höhe in einem riesigen, kollabierten Vulkankegel befindet, verlief entlang des Umpqua River und war mindestens genauso schön wie die Küste Oregons. Dieser Umpqua River – bzw. die Strasse an seinen Ufern von der Küste Oregons bis zum Crater Lake – ist ein echter Tipp für den nächsten Urlaub. Wunderschön. Nur „etwas“ anstrengend für uns Radfahrer und so haben wir gut 4 Tage bis hinauf gebraucht. Am Crater Lake haben wir unseren bisherigen Höhenrekord für diese Tour aufgestellt, immerhin bis auf 2300 m ging es am Rande des Kegels hinauf. Um den See führ eine Rundstrasse herum, die viele Perspektiven auf dieses Schmuckstück erlaubt. Für eine Weile wird das wohl der höchste Punkt bleiben. Ist auch gut so – wir waren doch etwas kurzatmig .. aber wir waren eine Attraktion auf der Rundstraße um den See, die von Hobby-Radfahrern als Ausflug befahren wird. Viele fahren ihre bikes nur auf dem Auto um den See spazieren – einige Radfahrer machen sich aber auf den Anstieg und umrunden dann den See mit immerhin 50 km und über 1000 hm am Kraterrand. Auf unserem Weg um den See herum haben wir eine Gruppe von Rennradfahrern getroffen, die unser Treffen hier dokumentiert haben.

Crater Lake selbst zeigte sich zwar sonnig, aber beeinträchtigt von Feuern, die hier angesichts einer „Jahrhundertdürre“ (.. wie es in den Medien heisst ..) überall ausbrechen. Wir sind jetzt in Klamath Falls und tatsächlich ist auch hier – am Südrand Oregons –  überall Dunst und diverse wichtige Verkehrsadern sind gesperrt. Das berührt leider auch unsere Pläne, aktuell sind zwei der Strassen, die wir benutzen wollten, aufgrund von Rauch oder wegen der Feuerwehreinsätze gesperrt. Wir haben eine Alternativroute ausgeguckt und hoffen, über diese Route doch noch weiter nach Süden zu kommen. Im „schlimmsten Fall“ geht es an die Küste Kaliforniens zurück. Leider würde uns das von unseren geplanten Zielen wie dem Yosemite oder dem Lake Tahoe entfernen. Aber für uns gilt sicher immer „Safety First“.

Mittlerweile stehen ca. 3600 km auf dem Tacho. Uns geht es nach wie vor hervorragend, wir hoffen, Feuer und Temperaturen lassen uns ein bisschen zufrieden, bis wir unser nächstes „großes“ Ziel – den Lassen Volcanic National Park – erreichen.

  • Die Küste Oregons

Vor der Planung dieser Tour war die Küste Oregons für uns ein ziemlich unbeschriebenes Blatt. Traumstrände in den USA ? Die gibt es doch in Kalifornien, oder ? Abwechslungsreiche, zerklüftete, Küstenlandschaften ? Auch Kalifornien, oder ? Bereits in der Planung zeichnete sich aber ab, dass Oregon eben genau dafür steht. Und die Kilometer, die wir im nördlichen Teil dieser Küste absolviert haben, waren wirklich unvergesslich. Hinter jeder Kurve neue Ausblicke und eigentlich möchte man andauernd fotografieren oder sich an einen der herrlichen Strände begeben. Und im Gegensatz zu Kalifornien, wo viele dieser Strände „privatisiert“ und nicht zugänglich sind, ist in Orgeon alles für jeden schnell und einfach zugänglich. Ein Strand schöner als der andere. Kleiner Wermutstropfen: Baden ist leider nur etwas für Hartgesottene, die Wassertemperatur dürfte so um die 16° liegen. Unser Favorit an der Strecke waren die „Scenic Three Capes“ bei Tillamook – Cape Lookout, Cape Kiwanda und Cape Meares sind wunderschöne, abseits gelegene Orte.

Blick vom Cape Lookout

Blick vom Cape Lookout

traumhafte Ausblicke und Strände.

traumhafte Ausblicke und Strände.

Cape Kiwanda . eines der drei "Scenic Capes"

Cape Kiwanda . eines der drei „Scenic Capes“

Cape Foulweather - herrlicher Ausblick

Cape Foulweather – herrlicher Ausblick

Cape Foulweather

Cape Foulweather

Auf den ersten Blick härt es sich erst einmal abwegig an, entlang eines Highway zu radeln – denn in weiten Teilen folgt die Oregon Coast Bike Route dem Highway 101. Dennoch ist das Fahren auf dem Rad meist entspannt. Der Highway 101 würde bei uns als gut ausgebaute Landstraße durchgehen, ist mit einem breiten Seitenstreifen ( = Radstreifen) ausgestattet und zudem sehr freundlich für Radfahrer beschildert. Vor Tunneln und Brücken drücken wir Knöpfe, die eine Signalanlage in Gang setzen und Autofahrer über Radfahrer auf der Brücke oder im Tunnel informieren. An diversen Stellen biegt die Radroute dann auch vom Highway ab und führt über sehr gute Strassen mit wenig Verkehr. Die Autofahrer sind zudem sehr rücksichtsvoll. Also – Radfahren ist trotz des Verkehrs dort ein Spass. Die Freude übe die tolle Landschaft teilen Autofahrer und Radfahrer sowieso.

Signalanlage vor einem Tunnel. Knopf drücken und die Lichter blinken..

Signalanlage vor einem Tunnel. Knopf drücken und die Lichter blinken..

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entlang des Highway 101

entlang des Highway 101

  • State Parks

Übernachten ist für Radfahrer an der Küste überhaupt kein Problem. Die Küste ist gepflastert mit Campingplätzen, RV Parks und Motels. In der Urlaubszeit im Juli und August sind alle allerdings gut ausgebucht. Unsere erste Wahl waren immer die State Parks – staatliche Campingplätze mit passablem Komfort, die an den herrlichsten Plätzen liegen.

Abendstimmung am Cape Lookout

Abendstimmung am Cape Lookout

Abendstimmung am Cape Lookout

Abendstimmung am Cape Lookout

Für Wanderer und Radfahrer (Hiker & Biker) besteht in den State Parks in Oregon eine Aufnahmegarantie, was sehr beruhigend ist.  Trotz der Zeichen „Campground Full“ haben wir immer einen Platz bekommen. Für Biker kostet die Übernachtung ganze 6$ pro Person und Nacht – unser Budget für Übernachtungen hält sich dementsprechend sehr im Rahmen. Ich gehe davon aus, dass wir bis dato mehr Geld für Energieriegel ausgegeben haben, als für Übernachtungen. Der Dienstleistungsgedanke der Ranger ( = Beamte .. ) , die die Parks betreuen, ist allerdings sehr unterschiedlich.  Fast nachvollziehbar, denn wer den Beruf des Ranger (= Naturschützer) wählt, schlägt sich ungern mit nörgelnden Campern herum ..

Südlich von Florence erstreckt sich ein gigantischer Dünengürtel, den die Motor-verliebten Amerikaner dafür nutzen, Buggys, Motorräder oder andere motorisierte Spielzeuge bis in die Nacht durch die Dünen zu jagen. Wer möchte, kann sich so ein Vehikel leihen und mitmachen. Wir haben verzichtet..

Dünengürtel an der Oregon Coast

Dünengürtel an der Oregon Coast

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An dieser Stelle hiess es für uns dann auch Abschied nehmen von der Küste. Entgegen der „Standardroute“, die weiter an der Küste verläuft, haben wir uns entschieden, im Landesinneren weiter zu fahren. Die Anregung dazu gab uns Andre, der die Tour vor einigen Jahren gemacht hat und uns riet, die großen Städte wie San Francisco, Los Angeles etc. großzügig zu umfahren. Der Rat wurde bestätigt von Radlern, die uns entgegen kamen. Lutger und Isabelle aus Brüssel waren in SF gestartet. John aus Südkalifornien gab einem Mitradler, der nach der besten Route ab San Francisco fragte, den eindeutigen Rat „Take the bus“.

  • Der Umpqua River

Wir haben das Abbiegen von Küste nicht bereut. Was als „Überbrückung“ zum Crater Lake gedacht war, wurde zu einem weiteren Highlight der Tour bisher. Unser Weg führte uns entlang des Umpqua River. Der Weg führte über ca. 150 Meilen fast immer entlang des Flusses, der eine wunderschöne, abwechslungsreiche Kulisse bot. Stromschnellen, tolle Flora und Fauna und Wasserfälle liessen uns fast nicht mehr los. Unsere Route verlief in weiten Teilen ohne viel Autoverkehr. Nur die Infrastruktur war wieder fast wie in Alaska – sehr wenig Orte, kein  Telefonnetz, kein Internet und sehr wenige Verpflegungsmöglichkeiten. Verlief der erste Teil der Route noch flach, mussten wir nach Sutherlin doch ganz gut steigen, die 2000 Höhenmeter zu unserem „Basislager“ vor dem Crater Lake auf dem Campingplatz am Diamond Lake haben wir auf dem zweiten Teil der Strecke erledigt. Unser wild-romantischer Platz direkt am See mit Blick auf den Mt. Bailey (ca. 2.800 m) und der Ruhe- und Waschtag haben uns wieder zu Kräften kommen lassen.

Umpqua River - eine wundervolle Landschaft

Umpqua River – eine wundervolle Landschaft

Umpqua River - eine wundervolle Landschaft

Umpqua River – eine wundervolle Landschaft

Umpqua River - eine wundervolle Landschaft

Umpqua River – eine wundervolle Landschaft

Umpqua River - eine wundervolle Landschaft

Umpqua River – eine wundervolle Landschaft

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  • Crater Lake

Crater Lake ist eine phantastische Erscheinung. Ein ehemals über 4000 m hoher Vulkan – der Mount Mazama – kollabiert bei einem Ausbruch vor etwa 7700 Jahren, wobei ca. 1500 m des Gipfels in die Magmakammer in der Mitte stürzen und statt des Gipfels eine riesige Mulde formt, in die über die Jahrhunderte Regen-und Schmelzwasser floss. Der sich so formende See hat keinen Abfluss oder Zufluss. Der See ist mit 594 m der tiefste in Nordamerika. Das Wasser gilt mit als das reinste der Welt. Bis in eine Tiefe von 40 Metern kann man schauen. An guten Tagen jedenfalls. Wir hatten das Pech, dass Tage vor unsere Ankunft Gewitterblitze Waldbrände ausgelöst haben, deren Rauch alles in eine Dunstwolke hüllte. Aber auch mit der beschränkten Sicht war das Radeln entlang des Kraterrandes ein Erlebnis. Und wir wurden mit unseren Rädern und Gepäck in 2.300 m Höhe bestaunt als wären wir Bären oder sonstige Naturerscheinungen.

Crater Lake

Crater Lake

Crater Lake

Crater Lake

Am Rande des Kraters sieht man „Fumarolen“ – quasi Schornsteine, aus denen bei dem Ausbruch über hunderte Meter Wasserdampf aus der Tiefe hochschoss und die umliegende Asche quasi betonierte.

Fumarolen am Crater Lake

Fumarolen am Crater Lake

Auf unserem Camping im Crater Lake National Park begegneten uns ungewöhnlich viele Wanderer. Es stellte sich heraus, dass sie auf dem Pacific Crest Trail unterwegs sind. Der Pacific Crest Trail (PCT) ist ein 4.240 Kilometer langer Fernwanderweg im Westen der USA von der Mexikanischen bis zur Kanadischen Grenze. 4.240 km am Stück wandern …. Der Zeitplan geht von ca. 4 Monaten aus. Das ist härter als 16.000 km Rad fahren in einem Jahr. Da sind wir uns einig. Die teilweise doch sehr ausgemergelten Gestalten erzählten davon, wie sie sich Pakete mit Verpflegung an Versorgungspunkte voraus schicken und wie sie mit der Suche nach Wasser und mit kaputten Füßen umgehen. Nicht jeder war angesichts der Entbehrungen 100% motiviert, den vergleichsweise komfortablen Campingplatz im Crater Lake Nationalpark gleich wieder zu verlassen ..

Nicht ganz so motiverter Hiker des PCT

Nicht ganz so motiverter Hiker des PCT

Wir hoffen, unseren Weg ab morgen trotz der Feuer wie geplant nach Süden fortsetzen zu können. Eine Herausforderung besteht darin, überhaupt verlässliche und aussagekräftige Informationsquellen über Lage und Intensität der Brände aufzutun. Ob ich meinen Geburtstag dann in der Nähe des Lake Tahoe oder an der kalifornischen Küste verbringe, wird sich noch zeigen.

Unsere Kinder haben jetzt auch ihre Flüge nach Costa Rica gebucht, so dass unser Zusammensein über Weihnachten und den Jahreswechsel gesichert ist. Jetzt müssen wir nur noch rechtzeitig dort sein. Wir freuen uns sehr   J

Bis bald !

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10 Gedanken zu “Oregon Coast, Umpqua River, Crater Lake .. wo ist es am schönsten ?

    • Hi Kevin, thanks for following our blog, for your comment and the link to your blog. I like the article about the tour around the lakes very much…. and your pictures are so much nicer than mine.. ☺. I entered a link to your blog in my article.. Tomorrow we are heading towards lava beds national monument and to lassen NP later. Today’s rain will hopefully extinguish some fires. Regards to your friends.. CU, Holger & Silke

  1. Hallo Ihr Zwei
    Wieder mal nur wow! Wenn wir doch nicht so faul waeren! BTW: Ihr seid ja inzwischen verdammt braun geworden, ist das ohne Sonnenbrand geschehen? Noch etwas: Der link von Kevin ist etwas falsch, das „-the“ ist zu viel! Und irgendwie geht das „Wo wir sind“ leider auch nicht mehr, man muss jetzt Namen und Password eingeben. Vielleicht koennt Ihr das ja mal richten, wenn Ihr gerade mal Langeweile ;-() habt!
    Gruss aus Bortfeld
    Christoph
    P.S.: Wir hoeren uns am Sonntag!

  2. Hallo Ihr beiden! Ganz liebe Grüße von uns hier aus Bortfeld. Heute war ich zum ersten Mal mit Thais beim Lauftreff dabei und da haben wir an Euch gedacht und mal hier herein geschaut! :-)
    Tolle Fotos von tollen Landschaften! Ich bin ganz neidisch, denn ich war auch mal in Oregon und im Norden von Kalifornien unterwegs – aber ohne Fahrrad.
    Also alles Gute und viel Spaß!
    Felix & Thaís.

  3. Hey Ihr beiden, tolle Berichte und Fotos – und an den Tunnel mit der Radlerwarnanlage kann ich mich auch noch erinnern.
    Wenn ich das so lese, würde ich auch am liebsten sofort wieder losfahren….
    Weiterhin viel Spaß und have a save trip.
    Gruß aus Greffen von André

  4. Liebe Biker,
    eine traumhafte Route!! Wir verfolgen alles mit. Die Infos, die ihr den Daheimgebliebenen liefert, sind super anschaulich und toll geschrieben; so haben wir fast das Gefühl, ein bisschen mitzuradeln (nur ohne Schwitzen). Freuen uns auf das, was noch kommt und bleiben blogmäßig am Ball. Wünschen euch weiter eine tolle Zeit und unvergessliche Eindrücke.
    Ganz liebe Grüße von Birgit und Stefan.

  5. We were hoping the fires didnt become worse for you two. California Coast might be a great alternative! Met you at Toketee Falls and then Whitehorse Falls Campground. What a beautiful river area that is. Be safe out there and have fun!

  6. Gib hier Deinen Kommentar ein …Liebe Grüße aus Bortfeld ! Wir verfolgen die Reise mit Spannung und Vergnügen. Am Lake Tahoe haben wir einmal einige Tage (Wohnmobil) verbracht. Gefällt euch sicherlich auch so gut wie uns. Noch viel Spaß !
    E&S Krause

  7. Lieber Holger, herzlichen Glückwunsch zu deinem Geburtstag. Viel Glück und Gesundheit im neuen Lebensjahr. Wir verfolgen auch mit großem Interesse die Tour. Es ist immer wieder schön von Euch zu lesen….. Weiterhin eine gute Reise. Es grüssen ganz lieb. Birgit K. und Michael W.

  8. … immerhin hinterlasst ihr mit euren tollen Schilderungen so viel Eindruck, dass es heute die Braunschweiger Zeitung erwähnte :-)

    Weiterhin tolle Erlebnisse, nette Menschen und unvergessliche Eindrücke.

    Frank

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