.. Big Sur .. und mehr vom Süden ..

Stellt euch vor – es ist 16:30 Nachmittag, der Tag vor Eurem Geburtstag, der nächste Campground liegt ca. 40 km  entfernt, bis dahin weht ein heftiger Gegenwind und es warten noch giftige Steigungen .. Keine angenehmen Situation, wenn man schon 70 km in den Beinen hat. Genau so saßen wir bei Carmel/CA vor einem Safeway Supermarkt und kamen mit Scott ins Gespräch, der seinen Sohn Griffin bei dessen Spendensammelaktion begleitete. Du dann kam alles anders .. Wie ? Dazu unten mehr ..

In Oceanside – unserem aktuellen Standort an der Pazifikküste zwischen Los Angeles und San Diego – können wir fast schon nach Mexiko hinüber schauen. Gut 100 km sind es noch bis Tijuana. Unsere Fahrräder sind frisch aufgemöbelt, der Fahrradhändler wie auch der REI Outdoorladen hat heute noch einmal einiges an uns verdient und wir sind kurz davor, die USA zu verlassen und in die nächste große Etappe nach Mexiko – auf die Baja California – zu starten. Alles soll dort anders werden .. sagt man. Die Sprache, die Kultur, der Verkehr, das Essen, die Lebenseinstellung .. Wir sind sehr gespannt und angesichts vieler Warnungen, die wir hier immer wieder zu hören bekommen, auch mit einem kleinen flauen Gefühl im Magen. Aber so ging es vielen Radlern vor uns auch und schließlich soll nach deren Schilderung Mexiko mit das beste Stück der Tour sein.  In einigen Tagen also sind wir dort .. Zeit, um unseren letzten Bericht aus den USA zu schreiben.

Auch die letzten 17 Tage waren wieder voller Ereignisse und Erlebnisse. Wir waren in Reno/Nevada, im Yosemite Nationalpark und am Lake Tahoe, sind nach San Francisco hinüber gekommen und dem Highway 1 mit atemberaubenden Aussichten entlang der kalifornischen Küste vom Sig Sur („großer Süden“) bis nach Los Angeles gefolgt. Und wieder haben wir eine Menge Menschen wie Scott getroffen, die uns auf vielfältige Weise geholfen und begleitet haben. Unsere Bilder zu diesem Abschnitt findet ihr hier.

Vor den Reiseberichten vorab dieses Mal ein bisschen Statistik..

  • Wir liegen fast beängstigend gut im ursprünglich geplanten Zeit- undStreckenplan.
    • Am 05.09. wollten wir in San Diego sein, das wird eine Punktlandung .. . Sieht aus, als sollten wir es bis Weihnachten nach Costa Rica schaffen, um unsere Kinder zu treffen.
    • Gerade haben wir die 5000 km Marke geknackt, liegen damit nur etwa knapp 300 km über der ursprünglichen Planung. Wenn die Planung weiter so passt, haben wir also bereits fast 1/3 der Strecke hinter uns.

 

5000 km Strecke .. !

5000 km Strecke .. !

  • Wir haben berechnet, dass uns unser aktueller „Lebensstandard“ inklusive Unterkunft, Verpflegung und sonstiger Ausgaben gemeinsam etwa 30 € pro Tag kostet. Das ist also durchaus ein „low budget“ Leben – aber keine Sorge : Es fehlt uns an nichts! Campen ist hier als Radfahrer einfach günstig
  • Etwa 85% der Zeit campen wir. Im Schnitt sind wir also einen Tag pro Woche in einem Hotel oder einer sonstige Unterkunft.
  • Unsere Tagesetappen sollten laut Plan etwa 65 km lang sein – im Schnitt fahren wir etwas mehr, was uns ein paar Pausentage mehr einbringt.
  • Knapp 43.000 Höhemeter haben wir bis heute gesammelt – bei 5000 km Strecke also etwas mehr als 8 Höhenmeter pro gefahrenem Kilometer. Bei 75 km Tagesstrecke kommen wir so im Schnitt also auf mehr als 600 Höhenmeter pro Tag .. Das reicht .
  • Den letzten Regen haben wir in Oregon gesehen .. das muss so etwa 4 Wochen her sein. Seitdem ist strahlend blauer Himmel bei 25° – 35° der Normalzustand .. sehr freundlich für Radler.
  • Wir haben bislang zusammen ca. 15 kg abgenommen J .. Wie sich das verteilt, halte ich hier mal zurück. Wir hatten unterschiedlich viel „zuzusetzen“.

 

  •  Reno

Reno, das kleine Las Vegas an der Grenze zwischen Nevada und Kalifornien war Ziel unserer letzten Etappe. Noch bevor wir Reno erreichten, hatten wir beschlossen, den ursprünglichen Reiseplan zu ändern. Grund dafür war zum einen die Erkenntnis, dass die Fortsetzung der Reise im Landesinneren über Städte wie Fresno dauerhaft Temperaturen um die 40° bedeuteten und dass die Route per Rad über den Yosemite Nationalpark so ca. 10.000 Höhemeter bedeutet hätten. Diese beiden nicht ganz unwesentlichen Tatsachen ließen uns ein- zweimal schlucken und nach einigem Nachdenken den Plan reifen, Yosemite per Auto zu erobern und dann von Reno per Bahn an die kalifornische Küste nach San Francisco zurück zu fahren um die Reise bei angenehmen Temperaturen und vertretbaren Höhenmetern entlang der kalifornischen Küste entlang des Highway 1 fortzusetzen.

Reno – the biggest little city in the world – verdankte seinen Aufstieg der Legalisierung des Glücksspiels in Nevada, einige Zeit bevor mit Las Vegas im gleichen Bundesstaat dieses Modell eine noch größere Scheinwelt mit gleichem Hintergrund entstehen ließ. Reno versucht nach Kräften, den Glanz und Glamour von einst zu vermitteln, aber der Lack ist doch deutlich am Abblättern und das Staunen, das Las Vegas zumindest kurzfristig zu vermitteln vermag, will in Reno nicht mehr aufkommen.

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Reno  - Circus Circus

Reno – Circus Circus

Für uns war es nach langer Fahrt durch die wundervolle Sierra Nevada Ausgangspunkt für a) die üblichen logistischen Tätigkeiten wie „ordentlich essen“, „waschen“, und b) einfach mal wieder ein bisschen Hotelluxus zu genießen. Da sowohl die Hotelpreise (35 € pro DZ/Nacht z.B. im Circus Circus) als auch die Leihwagenpreise (120 € / 5 Tage Alamo) in diesen Glücksspielstädten günstig sind, ließ uns das über die Allgegenwärtigkeit der einarmigen Banditen und den morbiden Charme der Casinos und ihrer BesucherInnen hinwegsehen. Nach 2 Nächten in Reno ging es dann also per Leihwagen los in Richtung Yosemite Nationalpark. Die ersten Kilometer Auto fahren nach fast drei Monaten „Abstinenz“ waren wirklich gewöhnunsgbedürftig, aber das legte sich bald. Und die Steigungen sahen aus dem Auto wesentlich angenehmer aus . J

  • Yosemite

Der Yosemite Nationalpark liegt über den Hwy 395 etwa 200 Meilen südlich von Reno und ist ein bisschen wie Mallorca. Wunderschön und leicht zu erreichen, aber die bekanntesten Ecken sind nicht die schönsten. Die eigentliche Schönheit und Reiz liegt abseits der großen Besucherströme. Um bei dem Bild zu bleiben: Der „Ballermann“ des Yosemite NP ist das Yosemite Valley. 90 % der jährlich 3 Millionen Besucher (!) besuchen nur das per PKW sehr gut zu erreichende Valley, das lediglich etwa 1% der Parkfläche ausmacht. Ein enges Tal mit hoch aufragenden Granitfelsen wie „El Capitan“ mit seiner 1000 m hohen Steilwand oder der „Half Dome“. Beide sind durch diverse Kletterabenteuer weltweit bekannt. Wer allerdings nur das „Valley“ besucht, wird unserer Meinung nach von Yosemite enttäuscht sein. Menschenmassen und ein doch sehr begrenztes „drive in“ Naturerlebnis ließen bei uns den Wunsch aufkommen, möglichst bald wieder Einsamkeit zu genießen.

Yosemite - El Capitan

Yosemite – Half Dome

Yosemite

Yosemite – el Capitan

Unser „Basislager“ lag auf der entgegengesetzten Seite des Parks, am Tioga Pass – weit entfernt vom valley.  Campingplätze im Yosemite sind im Sommer quasi nicht zu bekommen und so suchten und fanden wir unser Glück knapp ausserhalb des Parks auf dem Aspen Campground ( .. keine Duschen .. immerhin Wasser) in ca. 2.500 m Höhe am Tioga Pass. Dort hatten wir unseren privaten Wasserfall, einen traumhaften Ausblick auf die gigantischen Granitberge, die sich bis auf 4000 m Höhe aufragten und einen endlosen Sternenhimmel ohne Streulicht. Jeder einzelne Punkt war für sich ein Highlight.

Campsite mit privatem Wasserfall

Campsite mit privatem Wasserfall

Yosemite

Yosemite

Unser Programm im Park bestand aus einer wunderschönen und tatsächlich einsamen Tageswanderung (.. die anderen Touristen waren im Valley .. ;-) ) zu den Young Lakes. Die Landschaft mit wechselnden Ausblicken auf die 4000er in der Umgebung ließ uns immer wieder staunen.

 

Yosemite

Yosemite

Yosemite

Yosemite

Yosemite

Yosemite

Yosemite

Yosemite

Die am nächsten Tag folgende kurze Wanderung zu den Sequoias – den Riesenmammutbäumen – an der Toulumne Grove war dann schon weniger einsam, aber dennoch eindrucksvoll. Von diesen Bäumen gibt es einige mehr im Park – z.B. in der Mariposa grove, dort waren Marion und Bernd, die uns den Tipp gegeben hatten, die Bäume anzuschauen.

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Yosemite ist eine Reise wert. Wer einen Reisetipp möchte: Fahrt im frühen September (weniger Besucher). Für ein kleines Abenteuer:  Richtet Euch auf eine backpacking tour ein (Zelt, etc. im Rucksack), holt Euch einen backpacking permit (Toulumne Meadows Ranger Station) und übernachtet im Hinterland des Parks – z.B. an den Young Lakes. Die Wanderung und die Übernachtung in 3.000 m Höhe am See ist sicher ein tolles Erlebnis, wir haben einige Leute gesehen, die so unterwegs waren.

  • Lake Tahoe   

Unser Weg zurück nach Reno führte uns an den Lake Tahoe.  Zum Lake Tahoe muss man zunächst einmal eines sagen: er ist einfach unglaublich BLAU. So ein intensives und strahlendes Blau lässt einen erst einmal eine Weile recht sprachlos auf die Oberfläche des Wassers blicken. Aber noch interessanter als dieser Umstand ist einfach auch die Vielseitigkeit des Sees. Wassersportmöglichkeiten ohne Ende grenzen direkt an Skipisten an. Neben Motorbooten und Badestränden stehen Liftanlagen. Man kann also quasi auf Ski in den See fahren. 1960 wurden in Squaw Valley am Lake Tahoe die olympischen Winterspiele ausgetragen. In den sehr hübschen Orten rund um den See zeugen auch jetzt noch viele Hütten im Schweizer/Österreicher Stil davon, dass aus dieser Zeit vielleicht der eine oder andere Alpinist hier hängen geblieben ist. Lake Tahoe ist ein Tipp für ein paar Urlaubstage – egal zu welcher Jahreszeit.

Lake Tahoe - Emerald Bay

Lake Tahoe – Emerald Bay

Lake Tahoe

Lake Tahoe

Lake Tahoe

Lake Tahoe

  • AMTRAK

Von Reno aus sollte es also mit dem Zug nach San Francisco gehen. Die gute Nachricht war zunächst einmal, dass das überhaupt möglich ist, denn das Bahnnetz ist in den USA auf wenige Strecken zusammengeschrumpft. Dennoch – wenn ich über AMTRAK, die amerikanische Bahngesellschaft, berichten soll, dann weiss ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Angesichts der Tatsache, dass dieses Verkehrsmittel das Land aufgebaut hat, ist es fast tragisch, welchen Stellenwert es heute noch hat. Der Bahnhof in San Francisco ist etwa so groß wie der in Peine. Unser Zug trug den wohl klingenden Namen „California Zephyr“. Er kommt aus Chicago, hat also schon einige Meilen hinter sich, bevor er in Reno einläuft. Beim Kauf der Fahrkarten liess man uns wissen, wir sollten „flexible“ sein, was die Zeiten angeht, der Zug könne schon mal 3-4 Stunden Verspätung haben, aber das wisse man erst am Tag der Abfahrt — . Das stelle man sich mal in Deutschland vor. Aber okay „flexible“ sind wir.. Fahrräder im Zug sind leider auch nicht wirklich vorgesehen. Nur wenn wir sie – wie beim Fliegen – in Kartons verpacken, geht das. Na gut – angesichts der Tatsache, dass wir die Kartons von AMTRAK bekamen, geht auch das. Man hat ersucht, sich dem Fliegen anzunähern – es gibt „Gates“ von wo man den Zug besteigt (.. wozu ..?), jeder Passagier darf nur zwei Gepäckstücke bestimmter Größe bei sich führen, obwohl in den Zügen Gepäckplatz im Überfluss besteht, es gibt „Stewards“, die aber keinesfalls Fahrkarten kontrollieren, sondern irgendetwas anderes machen. Es gibt Sicherheitsansagen zu den emergency procedures im Zug usw. usw.

Amtrak

Amtrak

Amtrak Komfort

Amtrak Komfort

Mit „nur“ zwei Stunden Verspätung rollt der Zephyr ein. Auf halber Strecke sagt der Zugführer sehr entspannt durch, dass er gerade einen Anruf von dem Zugführer des auf der eingleisigen Strecke vor uns fahrenden Güterzuges bekommen habe, der ihn darüber informiert habe, dass an seiner Lok irgendeine Dichtung wohl kaputt sei und er das jetzt erstmal checken müsse. Kann ein bisschen dauern .. Na gut, wir sind „flexible“ ..  Immerhin, die Verspätung von 2h hat sich bis San Francisco dann nicht vergrößert.

Auf der positiven Seite der AMTRAK Züge stehen der Komfort, der niedrige Preis und eine sehr schöne Streckenführung. Für uns war es ein Erlebnis.

  • San Francisco

San Francisco empfing uns mit recht kühler Schulter – der Nebel, der die Stadt im Sommer vom Pazifik her regelmäßig einhüllt, war an diesem Tag hartnäckig – sprich: er löste sich nicht auf. Wir kannten die Stadt bereits aus einem früherem Besuch im Jahr 2002 und so war sowieso nur ein kurzes Program geplant. Ein Highlight war das Treffen am Abend zuvor mit Tanja und Christian Jördens, die ihren Urlaub in SF gerade begonnen hatten.

Treffen in San Francisco mit Tanja und Christian Jördens

Treffen in San Francisco mit Tanja und Christian Jördens

Nach einigen Emails war klar – ihre Urlaubsplanung und unsere Wege passten zusammen. Das Treffen mit Tanja und Christian an der Wasserlinie in San Francisco war für uns ein wirklich schönes Erlebnis und ein kurzer, aber intensiver Ausflug in die Bortfelder Heimat. Fast hätten wir ein bisschen Heimweh bekommen, denn wenn etwas auf der Tour fehlt, dann sind es doch die heimatlichen sozialen Kontakte ..  Tanja und Christian haben ihren toll geplanten Urlaub hoffentlich so geniessen können, wie wir den Teil nach San Francisco.

Natürlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, unsere bikes über die Golden Gate Bridge zu fahren. Leihwagen ade – wir waren wieder auf zwei Rädern unterwegs.

Golden Gate

Golden Gate

Golden Gate

Golden Gate

  • Highway 1

Der Highway 1 zwischen San Francisco und San Diego beginnt quasi an der Golden Gate ist einfach ein Feuerwerk an immer neuen Ausblicken auf die Küste, traumhafte Stränden und interessanten Städten. Je weiter wir uns von SF entfernten, desto schöner wurde es. Zwar ging es auf und ab, aber die wunderschönen Aussichten belohnten uns für die Mühen des Steigens.

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traumhafte Küste

traumhafte Küste

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Pismo Beach

Pismo Beach

Plaskett Creek

Plaskett Creek

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Wer kann, der sollte sich einfach ein paar Tage Zeit für diesen Abschnitt nehmen. Ach .. und wer meint, das Ford Mustang Cabrio wäre vielleicht das richtige Gefährt für die Strecke, der sollte sich darauf einstellen, dass er damit nicht auffallen wird. An einem Tag haben wir bei etwa 50 Mustang Cabrios aufgehört zu zählen. Sie scheinen für den durchschnittlichen Amerikaner der (Leih)Wagen schlechthin für den Highway 1 zu sein.

Ein echtes und wirkliches  Highlight war für uns hingegen das Campen im Pfeiffer Big Sur Nationalpark – der hiker/biker Platz liegt inmitten riesiger Redwoods. Wir haben uns nicht nehmen lassen, hier einen Pausentag einzulegen, den wir am Pfeiffer Beach verbracht haben. Vor so einem 100 m hohen Redwood Tree zu stehen, lässt einen schon kurz den Atem anhalten.

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Pfeiffer Beach

Pfeiffer Beach

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Der Highway 1 steht auch für „wildlife watching“. Entlang der Strecke beoabachteten wir  Wale im Pazifik (whale watching vom Rad – wo hat man das sonst ., ?) , eine Vielzahl von Vögeln, meist Pelikane und Kormorane und einige Kolonien von Seeelefanten (elephant seals). Wir hatten das Glück, während einer Mittagspause eine Kolonie ganz für uns und in direkter Nähe beobachten zu können. Bis auf Armlänge konnten wir an die sehr entspannten wirkenden Tiere heran.

Seeelefannten am Pazifik

Seeelefannten am Pazifik

Seeelefannten am Pazifik

Seeelefannten am Pazifik

Dort wo die kalifornische Küste nicht aus Strand besteht, wird Obst angebaut. Obst in endlos scheinenden Feldern und mittels industriell anmutender Anbaumethoden, was die Bewässerung und den Schutz gegen Austrocknen angeht. Wir sind durch Erdbeerfelder von riesigen Ausmassen gefahren, auf denen lateinamerikanische Pflücker in grossen Kolonnen die Ernte einbrachten.

Erdbeerpflücker .. ERdbeeren bis zum Horizont

Erdbeerpflücker .. ERdbeeren bis zum Horizont

Obst in Kaifornien

Obst in Kaifornien

  • Fazit USA

Nach drei Monaten in den USA darf man ruhig ein Fazit ziehen.

  • Das Land ist um Grössenordnungen radfreundlicher als wir das erwartet haben. In den Städten – auch in den kleinen – sind komfortable bike lanes Standard. Dazu kommen bike maps, mit denen man sich orientieren kann. Ausserhalb der Städte bewegt man sich auf bike trails, von denen es viele gibt, oder eben auf der Strasse. Dort sind die meist breiten Randstreifen (shoulder) für Radfahrer zugänglich. Gibt es keine shoulder, weisen Schilder („share the road“; „bikes may use whole lane“) die Autofahrer darauf hin, dass man im Verkehr gleichberechtigt ist. Wird etwas neu gebaut, dann ist sehr oft erkennbar dass man „bike friendly“ plant. Wir hatten in drei Monaten und 5000 km keine einzige kritische Situation im Verkehr. Die Fahrer sind ganz überwiegend sehr rücksichts- und verständnisvoll. Sehr oft haben wir aufmunternde Zeichen von Autofahrern bekommen, wenn man uns als Tourenfahrer wahrgenommen hat.

 

  • Die Hilfsbereitschaft und das Interesse der Amerikaner von Alaska bis Kalifornien war ebenfalls ein Erlebnis. Ich weiss nicht mehr, wie oft wir angesprochen wurden und von unserer Tour erzählt haben. Und wenn es darum ging, Hilfe zu leisten, dann blieb es nicht bei Worten. Neben den ‚grossen‘ Ereignissen, von denen ich hier berichtet habe und bei denen wir in die Häuser der Menschen eingeladen wurden, gab es fast täglich Ereignisse, bei denen uns hilfsbereite Menschen kurzerhand über Kilometer voraus gefahren sind, um uns den Weg zu zeigen, uns Wasser geholt haben, oder unsere Räder auf ihre pickups verladen haben, um uns im Regen oder heftigem Wind die Hügel raufzufahren oder, oder, oder .. Wir haben das von anderen Radlern, mit denen wir in Kontakt stehen, so bestätigt bekommen. Ich bin nicht sicher, ob uns das in Deutschland/Europa so begegnen würde. Was Hilfsbereitschaft angeht, waren die Erlebnisse also alles andere als oberflächlich, sondern sehr real.

 

  • Was die Natur in den USA angeht, ist das Land einfach unvergleichbar. Das gibt es so eng beieinander nirgendwo anders.

Unser Fazit der USA ist also positiv. Das Land hat uns ein überaus freundliches Gesicht gezeigt. Man kann sagen, dass die drei Monate unsere Sicht auf das Land verändert haben. Natürlich darf man weiterhin kritisch sein, was Politik, das soziale System oder den Umgang mit Einwanderern angeht, aber das war auf unserer Tour nicht das Hauptthema.

  • Begegnungen

 

  • Scott and Griffin

 

Da saßen wir also vor dem Safeway in Carmel. 16:30 Nachmittag, der Tag vor Silkes Geburtstag, der nächste Campground liegt ca. 40 km  entfernt, bis dahin weht ein heftiger Gegenwind und es warten noch giftige Steigungen .. Scott sprach uns also an und nach einigen erfolglosen Anrufen bei näher gelegenen Campgrounds waren wir 1-2-3 eingeladen, bei Scott zu übernachten. Sein Haus liegt nun nicht irgendwo, sondern in der Santa Lucia Preserve, einem 60 km **2 Naturschutzgebiet in der Nähe von Carmel, das früher einem spanischen Industriellen gehörte und nun in kleinere Bereiche aufgeteilt wurde und sehr hochwertigen Anwesen Raum bietet. Die Anwesen auf dem Gelände, dass bewacht wird wie Fort Knox und tolle Natur bietet, ließen uns den Mund offen stehen.

Unsere Räder hatten im gate house zwischen schweren Ledersofas und auf Echtholzfussboden die wohl beste Garage aller Zeiten und Scott war ein unglaublich zuvorkommender und aufmerksamer Gastgeber. Unsere Übernachtung fand also in seinem tollen Haus im Gästetrakt statt und statt Nudeln auf dem Camping gab es eine Einladung von Scott in das Club House der Preserve – der Hacienda – zu einem first class Essen. Die Stunden mit Scott und Griffin – seinem 11-jährigen Sohn – waren ein unvergessliches highlight auf unserer Reise. Die Hilfsbereitschaft und das Engagement von Scott waren einfach unglaublich.

die beste Garage aller Zeiten ..

die beste Garage aller Zeiten ..

Silke, Scott, GRiffin, Holger

Silke, Scott, GRiffin, Holger

 

Chaleb & Andrew

 

Die beiden Studenten des Maschinenbaus aus San Louis Obispo waren unsere Begleiter entlang des Big Sur. Für die beiden war es eine spontane kurze Radtour, unsere Gespräche haben bei den beiden vielleicht das Interesse am mehr geweckt.

v.l. Donald, Chaleb, Andrew, Holger

v.l. Donald, Chaleb, Andrew, Holger

 

 

 

 

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3 Gedanken zu “.. Big Sur .. und mehr vom Süden ..

  1. Hallo ihr beiden!

    Sehr interessiert und gespannt haben wir gerade euren neuen Blog gelesen, indem auch wir sehr positiv erwaehnt werden! Herzlichen Dank dafuer, auch wir erinnern uns sehr gerne an den schoenen Abend mit euch in SF!!!

    Unsere Tour durch den Suedwesten der USA endet in 3 Tagen und geht mit vielen beeindruckenden und unvergesslichen Erlebnissen einher :-) Fuer uns ist es erstaunlich, wie ihr wohl die noch vielfaeltigeren Eindruecke verarbeitet …

    Tja, naechste Woche wieder arbeiten und Schulstart, wir machen schon neue Reiseplaene …
    Heute uebrigens ein absolutes Highlight: Helikopterflug ueber dem Grand Canyon, sagenhaft schoen!!!

    Alles erdenklich Liebe aus Tusayan,
    Tanja & Christian
    PS: Immer wenn wir im Supermarkt Beef Jerky sehen, muessen wir ueber euren lebhaft erzaehlten Bericht von Alicia mit dem Baeren denken ;-)

  2. Hallo Ihr beiden,

    ich verfolge jeden Blog-Beitrag von Euch. Und dieser hier ist der, der bei mir die stärksten Erinnerungen an unsere eigene Tour 2011 hervorruft. Auch wir haben die Ostseite des Yosemites als wunderschön angesehen, hatten auch den klaren Ausblick auf die 4000er. Der Sequoia war ebenfalls ein Erlebnis, genauso wie SF.

    Am meisten beeindruckt mich aber, dass Ihr auch von der amerikanischen Gastfreundschaft schwärmt wie wir. Als wir damals in SF an einer Straßenkreuzung standen und uns nur kurz im Stadtplan orientieren wollten, kam sofort eine Frau auf uns zu und fragte, ob sie uns helfen könne. Und wir sollten ruhig immer die Passanten ansprechen, jeder würde helfen. Das ließ uns staunen. Und das war nur eine solcher schönen Begegnungen, egal ob im kargen Hinterland oder auf dem Museums-Fluzeugträger im Hafen San Diegos. Die Hilfsbereitschaft ist wirklich vorbildlich.

    Euch weiterhin eine grandiose Reise, die hoffentlich genauso schön weitergeht, wie Ihr bisher geschildert habt!

    Beste Grüße aus Braunschweig
    Silke und Florian mit Fridolin

  3. Hallo, Ihr Zwei Bortfelder, war wieder toll, die Berichte aus Californien zu lesen. Uns packte sofort das Fernweh – ist doch eure Radstrecke fast genau so wie unsere Reise mit Kindern u Klein Enkel Chris per Auto bzw. Campingwagen verlaufen. allerdins schon vor 18 Jahren. Die Parks empfanden wir auch grandios, die Übernachtungen in der Natur ebenfalls, wir waren im Aug/Sept. dort. Lake Tahoe war wunderschön, die Strecke uuf Nr 1 Richtung Mex. Grenze ebenso.
    Wir grüßen herzlichst aus Bortfeld – noch eine tolle Reise – alles Liebe
    Elisabeth u Siegfried Krause

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