Adios Mexico! Lebhafte Städte und der Tag der Toten (Zacatecas – Guatemala)

  • 12.10.2014 – 02.11.2014
  • Zacatecas – San Cristobal de las Casas
  • Strecke:               1200 km               (Km 7300 – 8500)
  • Profil:                   11700 hm             (hm 60.000  – 71.700)

Note: An english summary is provided at the bottom of this article.

Knapp zwei Monate nach unserer Einfahrt nach Mexiko stehen wir jetzt kurz davor, das Land wieder zu verlassen. Und es fällt uns wirklich nicht leicht. Wir sind in San Cristobal de las Casas, Luftlinie 100 km von Guatemala entfernt und rein geografisch gesehen bereits in Zentralamerika. Wir haben tolle Städte gesehen, viele davon UNESCO Weltkulturerbe, den Dia de los Muertos gefeiert und schöne Landschaften durchfahren. Mexiko ist uns mit seiner Lebensfreude, der Landschaft, dem Klima und dem Essen so sehr an’s Herz gewachsen, dass wir eigentlich noch bleiben könnten. Aber – so ging es uns in den USA auch. Wenn es am schönsten ist, soll man gehen.

Dieser Bericht ist also ein kleiner Abschluss zu Mexiko. Er hat ein bisschen länger als üblich auf sich warten lassen, eben weil auch die letzten Erlebnisse noch mit hinein sollten. Unser Resumee  zu den hellen und dunklen Seiten und zu den vielen Gesichtern, die Mexiko zu bieten hat, kommt am Schluss des Berichtes. Jetzt aber erst einmal zu den letzten drei Wochen unserer Reise.

Mit dem Verlassen von Mexicos wunderschöner “Kulturhauptstadt” Zacatecas begann für uns eine Art “Städtehopping“. Die interessanten und schönen Orte liegen in der Mitte Mexicos so dicht beieinander, dass wir an fast jedem Tag neue schöne und interessante Eindrücke sammeln konnten und es wäre schade, sie zu unterschlagen. Die letzten drei Wochen lassen sich in die Abschnitte „Vor Mexico City“, „Um Mexico City herum“ und „Nach Mexico City“ unterteilen. Alle Bilder der letzten drei Wochen findet ihr hier.

Hier kommen unsere Stationen des ersten Abschnittes:

Zacatecas_Morelia

Zacatecas – Morelia

  • Aguascalientes – rauschende Fahrt zu den „warmen Wassern“

Der Bundesstaat Aguas Calientes („Warme Wasser“) ist einer der kleinsten in Mexico, landwirtschaftlich orientiert und konzentriert sich auf seine Hauptstadt mit gleichem Namen. Das Silber hat keinen Reichtum hierher gebracht, dafür scheint heute eine sehr große Nissan Produktionsstätte für gesunden Wohlstand zu sorgen. Geschäfte, Autos und Orte zeugen von einiger Kaufkraft. Nach Wochen der Kletterei im Hochland und der gebirgigen Umgebung ließen uns die nett bestellten Felder und die landwirtschaftliche Geschäftigkeit mit Treckern etc. das Herz ein bisschen aufgehen. Fast wie in Niedersachsen, sagten wir uns und diskutierten, wo der Mais wohl besser steht (Niedersachsen .. ). Aus dem Hochland – Zacatecas liegt auf gut 2.500 m Höhe – ging es also über die MEX 45 (Cuota – also Bezahlautobahn) entspannt auf einem breiten Seitenstreifen bis nach Aguascalientes. Angesichts der Tatsache, dass Aguascalientes auf nur etwa 1.800 m Höhe liegt, waren die geplanten 120 km Tagesetappe von vornherein als „machbar“ eingestuft, auch wenn zwischendurch schon noch einige Buckel warteten. Das Radfahrerglück war aber heute mit uns – es kam Rückenwind hinzu, so dass wir am Ende des Tages nach 120 km und 500 Höhenmetern einen rekordverdächtigen Schnitt vom 25 km/h auf dem Tacho hatten. Es gab Jahre, da endete meine erste Rundfahrt auf dem Rennrad mit einem langsameren Schnitt .. J. Apropos „Schnitt“ : Geplant haben wir unsere Tour einmal unter der Annahme, pro Tag etwa 65 km mit einem Schnitt von 16,5 km/h zu fahren – also ca. 4 Stunden Fahrzeit.  Unser tatsächlicher Schnitt bei normalem Gelände liegt so um die 20 km/h, die Fahrtzeit in der Regel bei 4 – 5 Stunden. Also kommen wir pro Tag auf dem Rad etwa 80 – 100 km voran.

Aguascalientes ist kein Schmuckstück von Stadt – die Umgebung ist schöner. Für uns reichte an diesem Tag aber das, was jedem Radler das Ende des Tages versüsst: Ein Bier und ein gutes Essen.

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  • Lagos de Moreno – eine verkannte Perle

Lagos de Moreno liegt etwas abseits der Hauptreiserouten und wird in den einschlägigen Reisführen nicht groß beschrieben. Wir haben die Stadt als Zielort des nächsten Tages auserkoren, um auf unserem Weg in Richtung Guanajato nicht in die Millionenstadt Leon hineinfahren zu müssen (n.b.: Leon war Spielort der WM in Mexiko 1970 und 1986, die deutschen Mannschaft spielte hier). Über knapp 100 km und 760 hm ging es auf der MEX 46 Cuota dorthin. Der Seitenstreifen war jetzt leider eine absolute Katastrophe – schmal bis nicht vorhanden, verdreckt und schlechter Asphalt. Keine Empfehlung für Radler! Die Überreste zerstörter LKW Reifen sorgen mit dem Drahtgeflecht dafür, dass diese Seitenstreifen Plattfüsse am Fliessband produziert. Wir hatten drei an diesem Tag.

Was wir in Lagos de Moreno vorfanden, war eine sehr ursprüngliche, freundliche und lebhafte Stadt mit einem tollen Centro Historico, der unserer Meinung nach mit schönsten Kathedrale, die wir gesehen haben und einer sehr schönen Atmosphäre.

Lagos de Moreno - der wunderhübsche Dom

Lagos de Moreno – der wunderhübsche Dom

Lagos de Moreno - der wunderhübsche Dom

Lagos de Moreno – der wunderhübsche Dom

Mehrere Parks laden zum Verweilen ein und werden von der Dorfjugend für Übungsabende des Fanfarenzuges oder der Cheerleading Gruppe genutzt. Wir haben uns das eine Weile angesehen.

Lagos de Moreno - Fanfarenzug übt

Lagos de Moreno – Fanfarenzug übt

 

  • Guanajato – Tunnels, Mumien und Touristen

Guanajuato ist eine besondere Stadt. UNESCO Weltkulturerbe seit 1989. Legendäre Silberstadt – Ende des 18. Jahrhunderts war Guanajuato der weltgrößte Silbererzeuger und steuerte ein Sechstel der Produktion in der neuen Welt bei. Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates in Mexiko. Austragungsort des Festivals „Cervantinos“.

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Festival Cervantinos in Guanajuato

Festival Cervantinos in Guanajuato

Für Radfahrer ist sie allerdings erst einmal ein kleiner Horror. Die Altstadt bedeckt die Hänge einiger Hügel auf etwa 2.000 m Höhe und ist von Tunneln durchlöchert wie ein Schweizer Käse. Sie ist für jeglichen Verkehr ausschließlich durch dieses verwirrende  Tunnelsystem zu erreichen, das im 18. Und 19. Jahrhundert teils als Bergwerkstollen, teils zur Kanalisierung des Flusses erbaut wurde. In jedem Fall sind sie lang, eng, dunkel, ansteigend und holperig  (Kopfsteinpflaster..). Ein Alptraum für Radfahrer – zumal sie mit Bussen, Taxen und anderen Rennfahrern zu teilen sind. In diesen Momenten merkt man dann doch, dass Radfahrer auf diesen Strassen am Anfang der Nahrungskette stehen. Einmal drin im abgasgetränkten Labyrinth, hofft man eigentlich nur noch, dass es schnell vorbei sein möge.

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Eine der hellen und breiten Stellen in den Tunnels. Hier ist eine Bushaltestelle.

Nachdem wir endlich Tageslicht in Sicht (.. und Schweissströme auf der Stirn) hatten und von einem der Tunnel in der Altstadt ausgespuckt wurden, zeigte sich uns eine geschäftige, bunte und brummende Stadt mit prächtigen Bauten und Plätzen. Die übliche Suche nach Unterkünften gestaltete sich schwieriger als sonst. Ohne es zu wissen, waren wir zur Zeit des Kunstfestivals  „Cervantinos“ in Guanajuato angekommen. Es ist DAS Event des Jahres in der Stadt – Theater, Musik, Tanz und das alles über drei Wochen. Ein Programm, das Bände füllt. In diesem Jahr war Shakespeare ein Schwerpunkt. Entsprechend voll war die Stadt – Touristen, Künstler, Reisende und Beobachter – alles war vertreten. Und entsprechend hoch waren die Preise für Unterkünfte. Nachdem der Lonely Planet Budget Tipp „Hostel Casa Bertha“ für ein fensterloses Kabuff bereits 640 Peso (~40 €) für zwei Personen aufrief, sank unsere Hoffnung auf ein nettes Plätzchen bereits. Am Plazuela de Baratillo, einem quirligen netten Mini-Platz in der Altstadt, wurden wir im El Emporio dann aber doch noch fündig und hatten für zwei Nächte unser eigenes „Loft“ mit Dachterrasse und traumhaftem Blick über die Stadt.

Guanajuato - unser "Loft"

Guanajuato – unser „Loft“

Guanajuato - unser "Loft"

Guanajuato – schöne Aussicht von unserem „Loft“

Das Festival haben wir bei Aufführungen auf den Plätzen unter freiem Himmel ein bisschen erfahren können.

Guanajuato - Festival. Flamenco, modern getrimmt

Guanajuato – Festival. Flamenco, modern getrimmt

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Wer in Guanajuato ist, darf das Museum der Mumien nicht verpassen. Die Mumien von Guanajuato sind eine Reihe von natürlich mumifizierten Körpern, die 1833 während eines Ausbruchs der Cholera beigesetzt worden waren. Nachdem Mitte des 20. Jahrhunderts Gräber geöffnet wurden, zeigten sich einige der Körper aufgrund der günstigen Umgebungsbedingungen natürlich mumifiziert. Heute werden sie im „Museo De Las Momias“ ausgestellt. Die Mumien haben teils unheimliche Gesichtsausdrücke und Haltungen. Das Ganze ist eine skurrile, interessante und etwas beklemmende Sammlung . Der Umgang der Mexikaner mit dem Tod ist sehr unkompliziert – das zeigt sich auch hier wieder.

Guanajuato - Museo de las Mumias - beklemmend und interessant

Guanajuato – Museo de las Mumias – links die kleinste Mumie der Welt. Ein Fötus der schwangeren Toten rechts

Guanajuato - Museo de las Mumias - beklemmend und interessant

Guanajuato – Museo de las Mumias – beklemmend und interessant

Was sagen die Mumien ? Carpe Diem !

Was sagen uns die Mumien ? Carpe Diem !

Was sagen die Mumien ? Carpe Diem !

Was sagen die Mumien ? Carpe Diem !

Zwei Tage lang haben wir den Charme der Plätze und das Treiben rund um das Festival genossen. Die Stadt ist auf jeden Fall einen Besuch wert – ausserhalb der Cervantinos ist es sicherlich auch etwas ruhiger und günstiger. Die Ausfahrt aus der Stadt war dann fast ebenso „spannend“ wie die Einfahrt, aber dieses Mal wussten wir ja, was kommt…

  • Moroleon – Hauptstadt der Klamotten

Moroleon hat ein ganz besonderes Highlight zu bieten. Die Stadt gilt als Hochburg der Kleidungsindustrie in Mexiko und es gibt unzählige vollgepackte Stände, die die Waren sozusagen als Outlet anbieten. Sage und schreibe 12 Kilometer sind wir durch endlose, dicht aneinander gedrängte und voll gestopfte Verkaufsstände gefahren, bis wir endlich auf der kleinen Plaza in Moroleon und damit an unserem Hotel ankamen. Es gibt hier alles .. und zu einem Spottpreis. 3 Marken T-Shirts ? 100 Peso (~ 5 Euro). Levi 501 ? 160 Peso (~ 8 Euro). Und keine fakes, sondern für den amerikanischen Markt produzierte Ware. Wie schade, dass wir nichts transportieren können .. aber wenn wir wieder einmal in Mexiko sind .. Die Strassen brummten von Einkäufern, die die Ware dann ihrerseits in die Shops in ganz Mexiko bringen.

Klamotten, Klamotten, Klamotten .. das Motto in Moroleon

Klamotten, Klamotten, Klamotten .. das Motto in Moroleon

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  • Morelia

Morelia ist die Hauptstadt des mexikanischen Bundesstaates Michoacán. Aufgrund der gut erhaltenen Gebäude aus der Kolonialzeit ist sie eine der meistbesuchten Städte Mexikos. Seit 1991 gehört die Altstadt zum UNESCO Weltkulturerbe ( .. darunter machen wir es bald nicht mehr .. Weltkulturerbe muss schon sein .. ;-) ).

Gemälde zur mexikanischen Revolution .. vor dem Dom

Gemälde zur mexikanischen Revolution .. vor dem Dom

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Der Dom in Morelia

Der Dom in Morelia

Auch hier war die Kultur tatsächlich wieder mit tonangebend. Während unseres Aufenthaltes lief ein für Mittelamerika wichtiges Filmfestival mit einigen uns allerdings unbekannte Hochkarätern aus Schauspiel und Regie. Aber die roten Teppiche und Limousinen waren eindrucksvoll..  Auch Morelia ist wieder eine Stadt, die gut und gern zu einer Woche Aufenthalt einlädt. Michoacán gilt als mit der schönste Bundesstaat in Mexiko – es ist sehr grün, bergig, teilweise gebirgig und es gibt eine Menge Seen und Wälder. Die Natur ist sehr abwechslungsreich – ein bisschen wie Bayern in den Subtropen. Von Morelai aus werden haufenweise Touren in die Umgegend angeboten. Eines der Natur-Highlight ist das Santuario de las Mariposas Monarco – das Überwinterungsgebiet der Monarchfalter. Und deshalb waren auch wir gekommen – wir wollten sie besuchen. Auf Nachfrage erfuhren wir jedoch, dass die Falter zwar bereits da sind, man ihnen aber bis zum 20.11. Zeit geben will, sich zu „setzen“. Offenbar sind die ersten Falter, die Jahr für Jahr gegen Mitte/Ende Oktober kommen, so eine Art Pioniere für alle Nachfolger. Die ersten suchen „DIE“ Gebiete aus, in denen überwintert wird, der Rest folgt einfach den Pionieren. Man weiss also offenbar erst später so ganz genau, wo sie sind. Und offensichtlich wird der Schutz der Falter sehr ernst genommen. Ab 20.11. werden Besucher zugelassen, vorher geht in diesem Jahr nichts. Schade, aber das lässt sich nicht ändern. Wir sind also etwas zu früh und müssen auf dieses Schauspiel verzichten.

Michoacán gilt aber auch als der gefährlichste Bundesstat Mexikos. Das Auswärtige Amt hat seit Jahren eine Reisewarnung draußen. Ein Drogenkartell namens „La Familia“ treibt sein Unwesen. Wir merken von all dem hier – wie auch auf allen Kilometern zuvor – nichts. Wir übernachten in größeren Orten – sind tagsüber aber durchaus ländlich unterwegs. Gut – woran will man „Gefahr“ festmachen ? Das ist wohl eher eine binäre Größe – wenn sie da ist, dann zu 100 % und wenn nicht dann nicht.

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  • Mexico City ? Lieber nicht ! Bustransfer nach Oaxaca.

Schon zu Beginn der Tour stand fest, dass wir Mexico City oder „Ciudad de Mexico“ nicht besuchen wollten – die Stadt ist einfach zu groß und der Verkehr dieses Molochs stellt Radfahrer noch einmal vor ganz besondere Herausforderungen. Zudem hatten wir keine große Lust, den Bundesstaat Guerrero südlich von Mexico City zu befahren, in dem sich die Tragödie der 43 verschwundenen Studenten zugetragen hat. Also stand der Plan, die Strecke zwischen Morelia und Oaxaca mit dem Bus zu überbrücken. Eine direkte Verbindung gibt es nicht, der gesamte Verkehr läuft sternförmig auf Mexico City zu und so war dort Umsteigen angesagt. Das Reisen per Bus ist in Mexico eine komfortable Sache und so haben zumindest wir auf der Tour nichts auszustehen gehabt und konnten die Landschaft und das schier endlose Häusermeer von Mexico City samt Popocatepetl bewundern. Als wir allerdings unsere Fahrräder am Zielort Oaxaca im Laderaum des Busses aufeinander liegend und ineinander verkeilt unter einem Stapel Kartons wiederfanden, ging der eine oder andere Fluch in Richtung der ahnungslos dreinschauenden Gepäckhandlanger des Busbahnhofs, die das Ausladen der Räder dann doch lieber uns überliessen. Aber den Rädern ist nichts passiert –alles heil geblieben.

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Oaxaca – San Cristobal de las Casas – Guatemala

  • Oaxaca – wir sind bei den Maya !

Oaxaca – oder wie es komplett heisst Oaxaca de Juárez – ist die Hauptstadt des mexikanischen Bundesstaates Oaxaca und liegt in einem Tal der Sierra Madre del Sur auf 1.550 Metern Höhe. Wieder ein UNESCO Weltkulturerbe – das historische Zentrum der Stadt gehört seit 1987 dazu. Die Stadt selbst ist bereits ein Highlight – wunderschöne Bauten, bunte Märkte. Dazu kommt ein geradezu spürbar vibrierendes Straßenleben, Oaxaca hat uns damit geradezu in seinen Bann gezogen. Das Leben auf dem Zocalo – dem zentralen Platz – in den Cafes, dem Comidas (Gaststätten) und auf den Straßen war faszinierend. Überall Musik, Farben und Gerüche. Eine spürbar freundliche Stimmung. Hier könnte man hängenbleiben .. wenn man nur etwas mehr Zeit hätte .. :-) .

Oaxaca - Strassenleben

Oaxaca – Strassenleben

Oaxaca - Strassenleben

Oaxaca – Strassenleben

Oaxaca - Strassenleben - eine von diversen Bands

Oaxaca – Strassenleben – eine von diversen Bands

Oaxaca - Strassenleben

Oaxaca – Strassenleben

Dazu kommen herausragende Museen (z.B. Museo de las Culturas de Oaxaca) und über allem die Ausgrabungsstätten in Monte Alban, nur ca. 10 km von Oaxaca entfernt. Auf ca. 2.000 m Höhe liegen dort die gut erhaltenen Ausgrabungen der ehemaligen Hauptstadt der Zapotheken, die in ihrer Blütezeit ca. 30.000 Einwohner hatte. Pyramiden, Tempel, ein „Stadion“ für Ballspiele – alles gut erhalten. Die Ballspiele sollen übrigens (auch) dafür genutzt worden sein, Konflikte „spielerisch“ zu lösen.  Insbesondere kam aber der Astronomie eine enorme Bedeutung zu, was für mich besonders faszinierend war. Die Beobachtung der Sterne und des Laufes der Sonne wurde dort schon vor 2000 Jahren über mehrere, verteilte Observatorien und diverse, ziemlich clevere Hilfsmittel zur Bestimmung des Standes der Sonne und damit des Datums, bewerkstelligt. Von Monte Alban aus wurde in die umliegenden Täler das Signal zur Aussaat , zur Ernte und zur Vorbereitung auf die Regenzeit gegeben.

Monte Alban - spannende Hauptstadt der Zapotheken

Monte Alban – spannende Hauptstadt der Zapotheken

Monte Alban - spannende Hauptstadt der Zapotheken

Monte Alban – spannende Hauptstadt der Zapotheken

Monte Alban - spannende Hauptstadt der Zapotheken

Monte Alban – im Vordergrund das Observatorium

Monte Alban - spannende Hauptstadt der Zapotheken

Monte Alban – Bildnis eines unterworfenen Volkes

Bei aller Sympathie zur Stadt – irgendwann meldeten sich in Oaxaca die Beine wieder und meldeten den Wunsch an, dass es weitergeht. Seit Morelia hatten wir 5 Tage quasi nicht mehr auf dem Rad gesessen. Nächstes „größeres“ Ziel war San Cristobal de las Casas – ca. 600 km entfernt. Wir entschlossen uns, die MEX 190 zu befahren und landeten damit einen sehr schönen Volltreffer. Wenig Verkehr und eine wunderschöne, bergige und abwechslungsreiche Strecke durch kleine verschlafene Bergdörfer waren das Programm der kommenden beiden Tage. Es ging tendenziell in Richtung Pazifik – also bergab, aber trotzdem gab es immer wieder mehr oder weniger kleine Anstiege zu erklimmen. In der Summe kamen wir jeden Tag auf unsere 1.000 hm.

MEX 190 - herrliche Strecke

MEX 190 – herrliche Strecke

MEX 190 - herrliche Strecke

MEX 190 – herrliche Strecke

Schatten auf der MEX 190

Schatten auf der MEX 190

Endlich trafen wir auch wieder einmal Tourenradler – die ersten seitdem wir in Mexiko sind! Juan und Elena aus Spanien sind auf unserer Route unterwegs – nur in umgekehrter Richtung. Da gab es natürlich einiges an Tipps und Erfahrungen auszutauschen .. Die beiden haben uns Kolumbien ganz eng an’s Herz gelegt – eigentlich wollen wir das ja auslassen … Schauen wir mal. Nach Austausch vieler Infos und Tipps ging es in die jeweils andere Richtung weiter.

Spansiche Radler auf dem Weg von Feuerland nach Alaska

Spansiche Radler auf dem Weg von Feuerland nach Alaska

Nach etwas mehr als zwei Tagen waren wir dann also wieder auf Meereshöhe – etwas wärmer und etwas schwüler war es geworden. Aber alles war noch im vertretbaren Bereich, was Wetter und Temperaturen angeht, haben wir nicht auszustehen. Stets um die 20° – 25°, bestes Radlerwetter. Regen ? Bis hierhin Fehlanzeige – gut, wir hatten ja auch schon genug ..

  •  Juchitan – die Stadt der drei Geschlechter

Juchitan hatte uns vor allem wegen ihres Rufs als Hochburg des Matriarchats interessiert. Hier sollen die Frauen das Sagen haben – und das in Mexiko. Juchitan gilt auch als die Hauptstadt der Homosexuellen in Mexiko. Schwule Paare zeigen sich offen und sind in der Gesellschaft voll akzeptiert. Die so genannten „muxes“ sind Männer im Frauenoutfit, die genauso akzeptiert werden wie Frauen in Männerkleidern. Mehr dazu hier. Juchitan ist nach unserer Erfahrung aber ein bisschen wie Willy Wonkas Inkarnation einer Stadt. Alles ein bisschen zu bunt, zu laut, zu lebhaft, zu schrill. Wir sind mit der Stadt nicht warm geworden.

Juchitan ist aber auch das Tor zum „Isthmus von Tehuantepec“. Er stellt die kürzeste Landverbindung – etwa 200 km Luftlinie – zwischen dem Golf von Mexiko und dem Pazifik dar und grenzt Mittelamerika gegen das übrige Nordamerika ab ( jaaa… wir sind also in Mittelamerika..!!) . Dank der Landenge weht hier eigentlich immer ein heftiger Wind bis zu Orkanstärke, der auch uns einen Tag lang heftig zu schaffen machte.

Die eiserne Lady vor Juchitan .. Begrüßung in Zentralamerika

Die eiserne Lady vor Juchitan .. Begrüßung in Zentralamerika

Der Isthmus von Tepantepec .. Wälder von Windrädern. Und viel, viel Wind dazu

Der Isthmus von Tepantepec .. Wälder von Windrädern. Und viel, viel Wind dazu

Gut 80 km nach Juchitan hiess es dann auf der MEX 190 wieder reichlich klettern. Mit Stopp in San Pedro Tapanatepec, einem friedlichen, freundlichen Dorf und in Cintalapa – einer eher hitzigen Kleinstadt ohne großes Flair – ging es durch den landwirtschaftlich geprägten Bundesstaat Chiapas bis in seine Hauptstadt – Tuxtla.

  • Tuxtla Guitierrez – Marimba !!

Über Tuxtla – die Hauptstadt des Bundesstaates Chiapas – müsste man keine großen Worte verlieren, wäre da nicht – ja, wäre da nicht der Jardín de la Marimba. Ein Park in der Mitte dieser zweckmäßigen Schachbrettstadt, in dessen Mitte ein Pavillion steht, in dem an den Abenden Bands öffentliche Marimba Konzerte geben. Menschenmengen verfolgen die Konzerte und die Tanzeinlagen der Dutzende Tanzpaare rundherum. Ein fröhliches, lebensfrohes Treiben, dem man stundenlang zusehen und zuhören kann. Die Künste der Tänzer reichen durchaus von „turnierverdächtig“ bis „hölzern“, aber alle sind mit der gleichen Freude und Inbrunst dabei.

Tuxtla - Marimba Pavillion

Tuxtla – Marimba Pavillion

Tuxtla - Marimba Pavillion

Tuxtla – Marimba Pavillion

Tuxtla - Marimba Pavillion

Tuxtla – Marimba Pavillion

Was Marimba ist ? Googelt mal – oder schaut hier. Ein Hauch von Karibik und ein Beispiel für das faszinierende Strassenleben in Mexiko. Für uns war Tuxtla nach sechs Tagen Rad fahren ohne Pause ein Pausenort. Ausserdem standen einige organisatorische Aufgaben an – waschen, die Räder verlangen nach neuen Ketten und wir brauchen ein paar Dollars für Zentralamerika.

  • San Cristobal de las Casas – die Königsetappe ins Pueblo Magico – oder doch nicht ?

San Cristóbal de las Casas liegt im zentralen Hochland von Chiapas, dem südlichsten Bundesstaat Mexikos auf etwa 2000 m Höhe. Die Stadt ist weltberühmt für ihre Kolonialarchitektur und ist eines der „Pueblas Magicas“ in Mexico. Im Umland leben verschiedene Maya Stämme, die auch der Stadt mit ihrer Kleidung ein buntes Bild verleihen. 1994 war San Cristóbal  kurz im Fokus der Welt, als die Zapatisten die Stadt besetzten und u.a. von hier ihren kurzen Aufstand zur verbesserten Berücksichtigung der Rechte der indigenen Bevölkerung starteten.

Den Tag haben wir mit reichlich Respekt begonnen, denn der Tourenplaner versprach den bisher heftigsten Anstieg pro Tag seitdem wir unsere Tour im Juni begonnen haben. Satte 1900 Höhenmeter auf etwas mehr als 60 km Strecke wurden von cycleroute.org angesagt. Und das auch nur, wenn wir die „Quota“ – die Bezahlautobahn fahren. Die „Libre“ verläuft kurviger, steiler und länger etwas abseits und würde jedem Radler sicher noch einmal ein bisschen mehr Körner abfordern. Also auf zur „Quota“. Lag es an unserem Ruhetag, der guten Form oder einfach daran, dass die Strecke schön konstant mit 5% über fast 40 km anstieg ? Jedenfalls lief der Tag so günstig, dass wir die Strecke ohne große Probleme und mit Reserven nach weniger als 6 Stunden schon um 15:00 beendet hatten und in San Cristobal de las Casas einrollten. Wir hatten also noch ausreichend „Mumm“ für das Abendprogramm – ein Bummel durch die schönen Straßen dieser bunten Stadt.

Kathedrale in San Cristobal

Kathedrale in San Cristobal

Blick auf den Tempel der Dominikaner in San Cristobal von unserem Hotel

Blick auf den Tempel der Dominikaner in San Cristobal von unserem Hotel

San Cristobal

San Cristobal

Der Ort ist sehr touristisch und wir auch hier merken wieder, daß uns das Treiben dieser Art doch ein wenig nervt. Uns zieht es zu den ursprünglicheren Punkten, zu den Markthallen, den Taco – Ständen auf Plastikstühlen und Neonlicht. Zu den Hamburgesas und Enchilada Ständen an den Märkten. Das hört sich vielleicht ungewöhnlich an, aber es fühlt sich einfach besser an, dort im bunten mexikanischen Treiben zu verweilen und zu essen, als die Pizza ( .. Pizza in Mexico (!??) ..) an weissen Tischdecken, wie sie den Touristen in vielen, vielen „internationalen“ Restaurants in der Stadtmitte angeboten werden. In San Cristobal haben wir den „Tag der Toten“ – den Dia de los Muertos verlebt.

  • Dia de los Muertos

Der Día de los Muertos (Tag der Toten) ist einer der wichtigsten mexikanischen Feiertage, an dem in Mexiko traditionell der Verstorbenen gedacht wird. Nach altmexikanischem Glauben kommen die Toten einmal im Jahr zum Ende der Erntezeit zu Besuch aus dem Jenseits und feiern gemeinsam mit den Lebenden ein fröhliches Wiedersehen mit Musik, Tanz und gutem Essen. Der Día de los Muertos ist keine Trauerveranstaltung, sondern ein farbenprächtiges Volksfest . Die Straßen werden mit Blumen geschmückt, skurrile Todessymbole, Skelette und Schädel in den unterschiedlichsten Ausführungen, stehen in den Schaufenstern. Konditoreien produzieren kurz vor Allerheiligen die Calaveras de Dulce, Totenschädel aus Zucker oder Schokolade, die die Namen der Toten auf der Stirnseite tragen. Das Pan de Muerto, das Totenbrot, ist ein weiteres beliebtes Naschwerk in diesen Tagen.

Silke vor dem Bezahlen der Rechnung ...

Silke vor dem Bezahlen der Rechnung …

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Zuckererk zum Tag der Toten

Zuckerwerk zum Tag der Toten

Totenaltäre oder Gabentische in den Wohnungen, zum Teil auch auf öffentlichen Plätzen, sind das Zentrum der Feierlichkeiten. Sie sind mit reichlich Speisen und Getränken, Blumen und persönlichen Erinnerungsgegenständen gedeckt. Die Toten sollen sich nach ihrer langen Reise aus dem Totenreich stärken und einige der Gaben wieder mitnehmen. Fotos der Verstorbenen, Kerzen und Weihrauch sollen an gemeinsame Zeiten erinnern.

Gabentisch für die Toten .. geshehen in San Cristobal

Gabentisch für die Toten .. geshehen in San Cristobal

Auf den Straßen herrscht buntes Treiben. Wohnungen und Friedhöfe werden prachtvoll mit Blumen, Kerzen und bunten Todessymbolen aller Art dekoriert. An den Eingangspforten der Häuser werden Laternen aufgehängt. Leuchtend orangefarbene Ringelblumen und gelbe Chrysanthemen werden als Empfangsteppich und Wegweiser für die Verstorbenen vom Haus bis zum Friedhof ausgelegt, damit diese sicher zum Familienfest finden. Man glaubt, dass Verstorbene die Farben orange und gelb am besten erkennen können. Auf den Friedhöfen spielt sich ein buntes Volksfest mit Musik, Speisen und Getränken ab. In den vielen kleinen Häuschen, die sehr häufig auf den Grabmalen errichtet werden, singen und sitzen die Angehörigen. Wir sind eingetaucht und haben uns ein wenig von der traurig-ausgelassenen Stimmung mitnehmen lassen.

Musik auch an den Gräbern

Musik auch an den Gräbern

Dia de los Muertos - Szenen vom Friedhof in San Cristobal

Dia de los Muertos – Szenen vom Friedhof in San Cristobal

Dia de los Muertos - Szenen vom Friedhof in San Cristobal

Dia de los Muertos – Szenen vom Friedhof in San Cristobal

Ein Blumenmeer - Dia de los Muertos

Ein Blumenmeer – Dia de los Muertos

So weit unser Reisebericht – ich hoffe, er hat etwas von der Begeisterung für Mexico rüber bringen können. Morgen geht es also in Richtung Guatemala und dann folgen die Länder Schlag auf Schlag. El Salvador, Honduras, Nicaragua, Costa Rica. Kaum mehr als 500 km sind die Distanzen in den einzelnen Ländern, verglichen mit den Entfernungen in den USA, Kanada und Mexico also ein Katzensprung. Wir sind unserem Zeitplan ein wenig voraus und wollen in Guatemala eventuell noch einmal einen Sprachkurs einschieben. Kann nicht schaden .. Um den 15.12. herum wollen wir dann in Costa Rica sein.   Alle Bilder der letzten drei Wochen findet ihr hier.

  • Zu Mexico:

Mexico ist Lebensfreude, Farben, Musik und Lärm. Dazu herrliche Städte, schöne Natur und unglaublich abwechslungsreiches Essen. Mexiko ist reichhaltige und ursprüngliche Kultur an vielen Ecken und Enden. Mexiko sind lächelnde, freundliche Menschen. Mexiko ist aber auch Korruption, Armut und Gewalt. Mexiko ist Polizei und Armee an jeder Ecke. Der Fall der 43 Studenten, von denen weiter jede Spur fehlt, hat das Land spürbar unter Druck gesetzt. Nachdem die Reaktionen auf der Straße zunächst sehr verhalten waren, regt sich jetzt im ganzen Land offener Widerstand gegen die ausbleibende Aufklärung. Demonstrationen und Solidaritätsbekundungen finden sich jetzt an jeder Ecke. Die Menschen hadern mit ihrer Regierung und der Druck auf die Verantwortlichen wächst von Tag zu Tag. Das Prinzip der Korruption steckt tief im mexikanischen System. Jobs im öffentlichen Bereich werden offenbar routinemäßig verkauft; Mittel zur sozialen Verwendung oder zur Förderung der Infrastruktur versickern bei Personen und daß man sich Mühe gibt, das großartig zu verschleiern. Mexiko steht auch immer noch vor der Herausforderung der Berücksichtigung der indigenen Bevölkerung.

Für uns standen die schönen Seiten im Vordergrund, wir haben sie genossen.  Wir können nicht behaupten, daß wir Mexiko wirklich verstehen … aber sicherlich etwas besser, als zuvor.

Schulmädchen, die uns ausfragen ..

Schulmädchen, die uns ausfragen ..

Eines der vielen Gesichter Mexikos

Eines der vielen Gesichter Mexikos

Musik an jeder Ecke - hier ein paar Veteranen

Musik an jeder Ecke – hier ein paar Veteranen

  • Aus Radlersicht:

Rad fahren in Mexiko hat seine Tücken und ist deutlich weniger entspannt, als z.B. in den USA. Geschützte Zonen (Radwege, wenig befahrene Strassen) gibt es kaum, als Radfahrer ist man immer mitten im Verkehr. Und der ist in Mexiko heftig. Entlang der Bezahlautobahnen (Cuotas) gibt es zwar in der Regel einen Pannenstreifen, der Radlern Zuflucht bietet, aber er kann a) auch schon mal seehr schmal sein oder ohne Ankündigung ganz verschwinden oder b) sehr verdreckt sein, was ein absoluter Reifenkiller ist. Es gibt „Genussstrecken“ mit wenig Verkehr und viel Landschaft – die MEX 190 war streckenweise eine solche – aber das ist eher die Ausnahme. Mindestens ebenso oft gibt es Strecken, an denen man sich am liebsten in Luft auflösen möchte, weil Autos und LKW 2-3 spurig an einem vorbei rasen. Das Resumee fällt so aus, dass das Radfahren in Mexiko in erster Linie das Mittel zum Zweck ist, um die tollen Orte zu erreichen. Der Radelgenuss steht hier an zweiter Stelle.

Und sonst ..

Die Pharmacias .. Kaum zu glauben, dass es sich lohnen soll, über Drogerien zu schreiben oder zu lesen .. ? Stimmt schon, aber in Mexiko gibt es unglaublich viele und sie werden so unglaublich frequentiert, dass sie schon ein Licht auf Mexiko insgesamt werfen. Pharmacias gibt es im kleinsten Ort, in jeder Strasse, überall. Sie haben teilweise 24h geöffnet. Es gibt dort von der Zahncreme bis zu Pillen jeder Art, alles was im Bad gebraucht wird. Insbesondere aber verkauft man alles, was gegen Volkskrankheiten helfen soll. Mittel gegen Bluthochdruck, gegen zu hohen Cholesterinspiegel, zum Abnehmen , Nahrungsergänzungsmittel usw. usw. Und die Läden sind voll. Ganz Mexiko nimmt Pillen. Und damit der Kundenstrom nicht abreisst, sitzt in den Hinterzimmern der Pharmacias ein „medizinischer Berater“ im weissen Kittel, der kostenlos einen Gesundheitscheck anbietet .. und die Pillen gegen die gefundenen Zipperlein gleich mit.

Der liebe Onkel Doktor vor einer Pharmacia

Der liebe Onkel Doktor vor einer Pharmacia

  • Last but not least..

Der Käfer .. er läuft und läuft und läuft. In Mexiko ist er noch immer eines der am häufigsten zu sehenden Autos. Zu sehen in allen Variationen von Rostlaube bis hin zu liebevoll gepflegte Augenweide. Ich habe einige fotografiert und ihnen eine eigene Galerie gewidmet. Schaut hier ..

English summary:

Almost two months after entering Mexico at Tijuana we are now just about to leave this beautiful country again. We are at San Cristobal de las Casas – just two days of cycling away from the border to Guatemala. In the last three months we’ve seen marvellous cities, many of the UNESCO world heritage and we have followed the celebrations around the “Dia de los Muertos” – the day of the dead. We fell a little bit in love with Mexiko and its indeed a bit hard to leave the country.

A short summary of what we have seen over the past three weeks:

  • Aguascalientes : our fastest stage ever. An average of 25 km/h (18 mph) over 120 km (~75 miles) with our fully packed touring bikes was possible due to a nice tailwind and a total elevation loss of ~700 m between Zacatecas and Aguascalientes. Still climbed 500 m on this stage too. Aguascalientes: nice beers, nice food, no more too thrilling things.
  • Lagos de Moreno (92 km, 760 hm): Awesome Centro Historico with the most beautiful dome we have seen on our trip.
  • Guanajuato (107 km; 870 hm): Mummies, tunnels and tourists. This town is a must-see and UNESCO world heritage but hard to conquer for cyclists. First, the climb up to Guanajuato, then the only access to the town through dark, narrow and long tunnels, which you have share with buses, taxis and lots of other racers. We heaved a sigh of relief after getting out of that. Despite the “Cervantines” festival we found a nice play to stay and enjoyed the cultural events. The Museo of Mumias displays a lot of mummies, which is a bit nightmarish but an interesting must see.
  • Moroleon: (62 km, 550 hm) An incredible line-up of clothing stores over 12 km (8 miles) in this town. You’ll get anything you want at knock down prices. (e.g. Levi 501 for 8 €)
  • Morelia (55 km, 470 hm): UNESCO world heritage, one of the most often visited towns in Mexiko. And worth to go there. We stayed for three days.
  • We took the bus from Morelia to Oaxaca to avoid Mexico DF, which we assumed not be fun for cycling.
  • Oaxaca: Vibrant , charming city with its own atmosphere. Many high-class museums and the breathtaking Maya city of Monte Alban made this city a cultural highlight.
  • Juchitan: (300 km, 3000 hm, 3 days). Three days of cycling along MEX 190 on quiet streets and stupendous landscape – highly recommended. Juchitan was a bit like Willy Wonkas incarnation of a city. A little bit too loud, to vivid.
  • Tuxtla (280 km, 3400 hm, 3 days) .The ride was along the Isthmus of Tehuantepec, the most narrow conection between the Gulf of Mexico and the Pacific (200 km). Heavy winds and MANY wind engines. Nice views as soon as soon as we got back to the mountains. Tuxtla is Marimba, the Jardin de Marimba in the center of the town displays music by bands, which are each evening followed by crowds of spectators and lots of dancers. Its a brilliant example of the lust for life which is found on Mexicos streets at each corner. We stayed for two days.
  • San Cristobal de las Casas (64 km, 1900 hm) . This was supposed to become the hardest stage of ou trip in view of the almost 2000 m of elevation gain in one day. But we managed it very well, the cuota climbs with a constant 5% grade, which makes it well acceptable to ride. San Cristobal –a magic pueblo – welcomed us with a great plaza, tranquil streets and lots of offers for tourists .. maybe a bit too much. We experienced the Dia de los Muertos in San Cristobal. The festivities around the day and on the cemetery of San Cristobal were an unique experience.

We say Good Bye to beautiful Mexico .. and “Hello” to Guatemala. We had no safety issues at all. On the contrary, we met so many friendly and nice people. Mexico – thanks for everything and “Hasta Luego”. We will come back.

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7 Gedanken zu “Adios Mexico! Lebhafte Städte und der Tag der Toten (Zacatecas – Guatemala)

  1. Tolle Tour! Als jemand, der in Mexiko lebt, wäre ich nie auf den Gedanken gekommen, eine solche Tour zu machen. Obwohl ich mich eigentlich lange als passionierten Radler gesehen habe, traue ich mich hier kaum, mit dem Fahrrad durch unsere Innenstadt zu fahren. Nach eurer Geschichte würde ich da glatt nochmal drüber nachdenken! Viel Spaß auf der weiteren Reise!

    • Hallo Jürgen, in Mexico DF kann ich mir das Radeln auch nur schwer vorstellen, obwohl Bala Bangaru (.. ein Radfreund, der auf der gleichen Route wie wir unterwegs ist und gerade in Mexiko DF eine dreiwochige Auszeit nimmt) sagt, dass das Rad fahren in der Stadt nicht über ist, als in London (… wo er zuhause ist..). Aber was wir gesehen haben, ist zumindest zum Teil Genuss Radeln. Z. B. von Mazatlan nach Durango über die alte Libre. Oder die Mex 190 an Oaxaca. Danke für den Kommentar! Holger und Silke

  2. Hallo liebe Silke, lieber Holger.
    Es tut gut, wieder von euch zu lesen! Nach den Schlagzeilen um die verschwundenen Studenten kam mir die Zeit seit eurem letzten Bericht ewig lang vor. Rund um Halloween und Allerheiligen musste ich an euch denken, da ich im Radio vom „Dia de los Muertos“ gehört habe – und ihr habt es tatsächlich erlebt!
    Eure Berichte sind der Hammer! Danke, dass ihr uns auf diese Weise mitnehmt.
    Bin schon auf den Platz für den nächsten Badge gespannt!
    Ich wünsche euch weiterhin muntere Beine und viel Gesundheit.
    Viele Grüße aus dem heute novembergrauen Bortfeld (am Wochenende waren es aber noch mal an die 20 Grad :-) Sylvia
    P.S.: Die Pflanzen sehen übrigens aus wie Hirse

    • Hallo liebe Sylvia, vielen Dank für Deinen Kommentar und die lieben Worte. ja, der Dia de los Muertos war schon etwas besonderes… er wird in den verschiedenen Teilen des Landes auch ganz unterschiedlich begangen. Es gibt Teile, da gehört das Ausgraben und die Reinigung einzelner Knochen zu den Feierlichkeiten.. Der nächste Badge wird auf jeden Fall in Guatemala bleiben. Vielleicht auf einem Vulkan..?
      Danke zu der Aufklärung zu den Pflanzen… Hirse…!! Stimmt. Aber was macht Mexiko mit Hirse? Es wird in großen Flächen und sehr viel angebaut. Bis bald, Holger und Silke!

      • Hallo Ihr Beiden,
        dank des Internets ;-) konnte ich zur Hirse noch mehr herausfinden. Vom Bild her sieht es aus wie „Mohrenhirse“, die speziell als Tierfutter weitergezüchtet wurde und dort angebaut wird, wo Mais nicht mehr geht – Das macht doch Sinn, daher auch so viel.
        Euch weiterhin alles Gute und
        viele Grüße
        Sylvia

  3. Hallo Ihr Lieben! Vielen Dank für den Ausflug nach Mexico. Ich freue mich immer sehr, wenn ich Eure Mail im Posteingang entdecke und hebe sie mir für eine stille Stunde auf. Meisten lese ich sie Samstagmorgen, weil dann alle anderen noch schlafen und mich niemand stört! Ich wünsche Euch weiterhin viel Freude und Kraft auf Eurer spannenden Reise! Ich freue mich auf den nächsten Bericht! Martina, aus dem noch sonnigen Lauenburg

  4. Hallo ihr beiden, haben schon einen Schreck bekommen, dass der nächste Bericht so lange auf sich hat warten lassen.
    Es ist toll dass wir euch so begleiten können und damit an eurer Reise teilhaben.
    Viele Grüße und seid schön vorsichtig,
    Aksel und susan

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